Wichtige Bilanz-Kennziffer

Deutsche Bank erhöht Kernkapital

30. Juli 2013
Die Deutsche Bank ist mit ihrer harten Kernkapitalquote vorzeitig am Ziel.

Nach der Kapitalerhöhung über drei Milliarden Euro im April stieg der wichtige Kennwert unter Einbeziehung der erst ab 2019 voll gültigen internationalen Regeln (Basel III) im zweiten Quartal auf 10 Prozent, wie das Institut mitteilte. Ursprünglich wollte die Deutsche Bank diesen Wert erst 2015 erreichen. Ende März lag die harte Kernkapitalquote noch bei 8,8 Prozent. Ende 2012 waren es 7,8 Prozent.

Zur zweiten zuletzt in den Mittelpunkt der Diskussion gerückten Kapital-Kennziffer hielt sich die Deutsche Bank zunächst bedeckt. Anders als erwartet legte das Institut zunächst keine neuen Pläne für eine Verbesserung des Verhältnisse der gesamten Bilanzsumme zum Eigenkapital (Leverage Ratio) vor. Die Vorstandschef Jürgen Fitschen und Anshu Jain erklärten lediglich, dass die Bilanzsumme weiter sinken solle.

Eigentlich wollte das Institut mit der Ausgabe neuer Aktien im Frühjahr sämtliche Sorgen über seine Kapitalsituation aus der Welt geschafft haben. Doch dann geriet es wegen der Verschuldungsquote (Leverage Ratio) in den Mittelpunkt der Kritik. Diese ist in Europa umstritten. Kritiker bemängeln etwa, dass diese gerade besonders riskante Geschäfte fördert, weil jede Anlage einer Bank unabhängig von ihrem Risiko gleich bewertet wird. Für Hochrisikopapiere muss demnach genauso viel Kapital vorgehalten werden, wie für weniger riskante Anlagen.

Die Bilanzsumme soll den künftigen Regeln (Basel III) zufolge künftig maximal beim 33-fachen des Eigenkapitals liegen. Das heißt, dass der Eigenkapitalanteil an der gesamten Bilanzsumme künftig bei 3 Prozent liegen soll. Die Deutsche Bank kam nach eigenen Angaben Ende Juni auf eine Verschuldungsquote von 19. Dabei sind aus der Bilanzsumme von 1,9 Billionen Euro allerdings - wie nach US-Bilanzregeln üblich - Derivate und andere Bilanzpositionen gegeneinander aufgerechnet. (dpa/rs)

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