Öffentlich-private Partnerschaften im Ausland erfolgreich

Deutsche Behörden verpassen IT-Sparpotenziale

12. November 2004
Von Detlef Scholz
Die Sparpotenziale von Public Private Partnerships (PPP) im E-Government werden in Deutschland zu selten genutzt. Dabei gibt es zahlreiche Beispiele aus dem Ausland, die einen besseren Service und verminderte Kosten dokumentieren. Der Dachverband der deutschen ITK-Wirtschaft Bitkom hat einen Leitfaden zu diesem Thema veröffentlicht.

In deutschen Behörden bleiben Investitionen in IT-Projekte oft aus, weil der Öffentlichen Hand das Geld fehlt. Dabei ließen sich mit einer modernen IT-Infrastruktur viele Verwaltungsabläufe effizienter gestalten. Die Folge davon wären Einsparungen: Nach Berechnungen der EU-Kommission führt jeder in die IT-Infrastruktur investierte Euro zu verminderten Kosten von 1,80 Euro.

Bei öffentlich-privaten Projekten sind Bonus/Malus-Modelle für die Vergütung empfehlenswert.
Bei öffentlich-privaten Projekten sind Bonus/Malus-Modelle für die Vergütung empfehlenswert.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma sieht die Bitkom in privaten Partnerschaften. "Bei erfolgreichen Projekten können die Behörden bis zu 30 Prozent der ursprünglichen Kosten einsparen", sagt Pablo Mentzinis von der Bitkom. Zudem verbessert sich oft der Service für die Bürger. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass der private Partner die Vorfinanzierung für die Investition übernimmt. Der Haushalt der Öffentlichen Hand würde also nicht mit einer einmaligen hohen Summe belastet. Entscheidend für den Erfolg solcher ProjekteProjekte ist aber, dass die Risiken gerecht verteilt werden. Alles zu Projekte auf CIO.de

Erfolgsrezepte für Partnerschaften

Balanced Scorecards
Balanced Scorecards

"Länder wie Großbritannien oder die USA nutzen PPP deutlich professioneller als deutsche Behörden, um ihre Verwaltungen zu modernisieren", so Mentzinis. Das Erfolgsrezept der ausländischen Behörden besteht darin, dass sie mittels innovativer Vergütungsmodelle die Risiken der zum Teil sehr komplexen Projekte besser in den Griff bekommen. Eine Analyse laufender PPP-Projekte in Europa und Übersee zeigt, dass sich das Ziel gerecht verteilter Risiken durch neue Vergütungsmodelle erreichen lässt:

Generische Darstellung degressiver Einzelkosten bei transaktionsbasierter Abrechnung
Generische Darstellung degressiver Einzelkosten bei transaktionsbasierter Abrechnung

Der Leitfaden "Public Private Partnerships bei E-Government-Projekten" der Bitkom kann von der Homepage des Verbandes herunter geladen werden.

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Studie zum Thema:

Public Sector 2004 German Vertical Report