Europäische Kollegen rechnen mit höheren Verlusten

Deutsche CIOs berechnen IT-Ausfallzeiten zu optimistisch

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Von wegen "German Angst" - geht es um die Kosten für Ausfallzeiten, zeigen sich deutsche CIOs weit optimistischer als ihre europäischen Kollegen. Das könnte daran liegen, dass die Deutschen nur die verlorene Arbeitszeit berücksichtigen, nicht aber Faktoren wie den Vertrauensverlust bei Kunden und Investoren. Das behauptet zumindest der Anbieter Global Switch in einer Studie.
Die geschätzten Ausfallzeiten pro Stunde im Überblick
Die geschätzten Ausfallzeiten pro Stunde im Überblick

Demnach glauben fast sechs von zehn Deutschen (56 Prozent), bei einem Ausfall mit Kosten von weniger als 10.000 britischen Pfund pro Stunde wegzukommen. Im internationalen Vergleich halten das nur 29 Prozent der Befragten für möglich, die Franzosen zeigen sich mit 19 Prozent besonders pessimistisch.

Und während im Schnitt 28 Prozent der Studienteilnehmer mit Kosten zwischen 10.000 und 50.000 britischen Pfund rechnen, sind es in Deutschland nur 24 Prozent. Besonders teuer scheinen IT-Ausfälle in Großbritannien zu sein: Mehr als jeder Fünfte (21 Prozent) fürchtet, dass ein Betrag von mehr als einer Million britischer Pfund zu Buche schlägt. Das ist allerdings ein extremer Ausreißer nach oben, denn im Schnitt erwarten das nur sechs Prozent.

Die Autoren der Studie halten deutsche CIOs für zu sorglos. Sie geben zu Bedenken, dass nicht nur die verlorene Arbeitszeit berechnet werden sollte, sondern auch so genannte weiche Faktoren wie der Vertrauensverlust bei Kunden oder Investoren. Wie diese Punkte in Geld umzurechnen sein sollen, erläutern sie allerdings nicht.

Eine weitere These: Europäische Unternehmen schätzen die Unterbringung der IT unrealistisch ein. So geben 79 Prozent an, weiter investieren zu wollen - aber nur 45 Prozent sind sich bewusst, dass sie dafür mehr Platz brauchen.