IT-Business-Gefahren werden unterschätzt

Deutsche CIOs halten SOA für das größte Geschäftsrisiko

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Risiken durch Hacker, Viren oder Würmer sind bekannt. Die Erkenntnis das Fehler im Projekt-Management ebenfalls massive geschäftliche Schäden verursachen können, hat sich dagegen noch nicht durchgesetzt. Während CIOs weltweit Security-Projekte für die größte Gefahr halten, denken ihre deutschen Kollegen, dass SOA und Outsourcing am riskantesten sind. Das geht aus einer Studie des Anbieters Mercury und der Economist Intelligence Unit (EIU) hervor.
Für deutsche CIOs sind vor allem die Fähigkeit zu Fusionen und Firmenübernahmen sowie Kostenreduktion von der IT abhängig.
Für deutsche CIOs sind vor allem die Fähigkeit zu Fusionen und Firmenübernahmen sowie Kostenreduktion von der IT abhängig.

Zum Stichwort IT-Business-Risiko geben zwei Drittel der weltweit befragten CIOs an, in ihrem Unternehmen würden IT-Projekte in der betriebswirtschaftlichen Perspektive betrachtet. Dass das Thema in der Praxis dennoch unterschätzt wird, zeigt sich an einer anderen Zahl: 40 Prozent der europäischen Firmen haben keine konkrete Strategie ausgearbeitet, um das IT-Business-Risiko zu managen.

Vorbildlich präsentieren sich die IT-Entscheider aus dem asiatisch-pazifischen Raum: Zumindest nach eigenen Angaben arbeiten nur zwölf Prozent ohne abgestimmte Strategie für den Umgang mit IT-Geschäftsrisiken, in den USA sind es 22 Prozent. Deutschland schneidet mit 36 Prozent vier Prozent besser ab als Europa insgesamt.

Mehr als die Hälfte der IT-Initiativen in Europa scheitern

Die Analysten haben Europa näher unter die Lupe genommen und stellen fest, dass IT-Projekte auf diesem Kontinent eine "erstaunlich hohe" Misserfolgsquote aufweisen: Nur 49 Prozent der Befragten bescheinigen den IT-Initiativen der vergangenen beiden Jahre einen betriebswirtschaftlichen Erfolg. Deutschland bildet mit 42 Prozent das Schlusslicht.

Die Autoren der Studie wollten wissen, welche Geschäftsfelder besonders stark auf die IT angewiesen sind. Deutsche CIOs setzen mit jeweils 70 Prozent der Nennungen sowohl die Fähigkeit zu Fusionen und Firmenübernahmen als auch Kostensenkungen auf Platz Eins. Im europäischen Durchschnitt erreichen diese Punkte 53 und 65 Prozent der Nennungen.

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