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Digitale Transformation und Wachstum

Deutsche Großunternehmen investieren zu wenig

Managing Director, Technology Strategy, Accenture Strategy
Die größten deutschen Unternehmen sind im nationalen Vergleich überdurchschnittlich stark digitalisiert. Sie investieren in diesem Bereich jedoch noch zu wenig und zu einseitig.

Was unterscheidet die deutschen Wachstums- und Digitalisierungs-Champions konkret von den übrigen Marktteilnehmern? Welche zentralen Herausforderungen und Widerstände sind auf der digitalen Reise zu überwinden? Antworten liefert die aktuelle Accenture-Studie "Digitalisierung entzaubern - wie die deutschen Top500 digitale Blockaden lösen".

Im vergangenen Geschäftsjahr haben die 500 größten deutschen Unternehmen eine Trendwende geschafft. Mit einem durchschnittlichen Umsatzplus von 4,1 Prozent bewegen sie sich trotz des mitunter schwierigen wirtschaftlichen Umfelds auf Wachstumskurs. Die Champions unter ihnen sind dabei insbesondere in den deutschen traditionellen Leitindustrien zu finden.

So kommen allein neun der Wachstumssieger aus dem Maschinen- und Anlagenbau, sechs aus der Automobil- und weitere fünf aus der Chemieindustrie. Der Standort Deutschland scheint hier seine Stärken auch künftig gut ausspielen zu können. Doch sind die Zahlen auch ein Indikator für nachhaltigen Erfolg?

Klare Verantwortlichkeiten, aber nur partielle Maßnahmen

Unser Digitalisierungsindex, der den Digitalisierungsgrad der Unternehmen misst, lässt hier durchaus einige Zweifel aufkommen. Sicherlich haben fast alle Industrien die Notwendigkeit des digitalen Wandels erkannt und sehen die Digitalisierung als strategisches Schlüsselthema. Dies zeigt sich allein daran, dass sie ihre digitalen Initiativen inzwischen fast durchweg auf oberster Führungsebene ansiedeln.

Bei 42 Prozent verantwortet der CEO selbst den Transformationsprozess, 22 Prozent sehen die Federführung beim CIO. Doch trotz dieser Klarheit mit Blick auf die Verantwortlichkeiten stehen viele der führenden deutschen Konzerne auf ihrem Weg zum digitalen Spieler noch ziemlich am Anfang. Und dies, obwohl der Digitalisierungsdruck auch weiterhin deutlich steigt.

Umfassende digitale Transformationsprogramme sind nach wie vor selten. Die Mehrzahl der führenden deutschen Konzerne hat sich bislang lediglich für partielle Maßnahmen und Initiativen entschieden. Dies könnte auch daran liegen, dass sich Unternehmen noch nicht ganz darüber im Klaren sind, wohin genau die digitale Reise gehen soll.

Investitionsquote liegt bei unter 10 Prozent

Im Wesentlichen sehen wir hier zwei Stoßrichtungen. Auf der einen Seite steht die Gestaltung digitaler Kundenerlebnisse: Produkte und Services müssen zunehmend um die Bedürfnisse des Kunden herum entwickelt werden. Auf der anderen Seite müssen die internen Prozesse mithilfe digitaler Technologie effizienter organisiert werden.

Unsere Analysen zeigen, dass viele Unternehmen sich nur auf einen Bereich konzentrieren, überdurchschnittlich erfolgreiche Firmen jedoch beide Digitalisierungsdimensionen parallel verfolgen.

Und noch etwas erweist sich als problematisch: Die Unternehmen investieren aktuell noch überraschend wenig in die Digitalisierung. Weniger als zehn Prozent der Gesamtinvestitionen fließen bei knapp 54 Prozent der Unternehmen in diesen Bereich. Hoffen lässt hier allerdings, dass rund vier von fünf Organisationen in den kommenden drei Jahren eine wesentliche Investitionssteigerung planen.

Mehr Konsequenz und Mut erwünscht

Dies mag auch daran liegen, dass digitale Geschäftsmodelle in den meisten Unternehmen bislang noch keinen erheblichen Beitrag zum Umsatz leisten. Die Hälfte der größten Unternehmen geht hier derzeit von einem Volumen von unter fünf Prozent aus. Mit den steigenden Investitionen in die digitale Transformation soll sich dies künftig ändern. Schon heute bestätigt nämlich jedes fünfte Unternehmen, dass insbesondere die Nachfrage nach neuen Produkten den digitalen Wandel ihrer Organisation befeuert.

All dies zeigt: Deutsche Unternehmen verfügen gerade in den Leitindustrien über eine ganz hervorragende Ausgangsposition für die anstehenden Herausforderungen. Und doch sollten den strategischen Plänen für den digitalen Wandel möglichst schnell auch konzertiert Taten folgen. Die ersten Schritte sind getan. Doch um im intensiven digitalen Wettbewerbsumfeld zu bestehen, würde ihnen etwas mehr Konsequenz und Mut gut zu Gesicht stehen - auch angesichts ganz eigener Regeln und neuer Spieler in der Arena.

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