Riskante junge Männer

Deutsche halten sich für Security-Experten

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Jeder dritte deutsche Web-Nutzer hält sich für "sehr erfahren" in Sachen Sicherheit. Das gilt vor allem für Männer unter 35 Jahren. Dennoch glauben die User, virenverseucht seien nur die PCs der anderen.
Insgesamt 62 Prozent der deutschen Nutzer glauben nicht, dass der eigene Rechner verseucht ist - bei den Spaniern sind es nur 39 Prozent.
Insgesamt 62 Prozent der deutschen Nutzer glauben nicht, dass der eigene Rechner verseucht ist - bei den Spaniern sind es nur 39 Prozent.

Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr - diese alte pommersche Spruchweisheit gilt sicher nicht in Sachen IT. Dabei zeigt eine Umfrage des US-amerikanischen Interessenverbandes Messaging Anti-Abuse Working Group (MAAWG), dass sich gerade deutsche Nutzer für Experten halten. Gleichzeitig legen sie jedoch ein riskantes Verhalten an den Tag.

Die MAAWG mit Sitz in San Francisco hat insgesamt mehr als 3.700 Nutzer in den USA und Kanada sowie in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien befragt. Aus Deutschland haben 522 User teilgenommen.

Von den Deutschen nimmt jeder Dritte (33 Prozent) für sich in Anspruch, in punkto Web-Sicherheit "sehr erfahren" oder "ein Experte" zu sein. Im Schnitt aller Befragten erklärten das nur 20 Prozent. Unter den Franzosen waren es nur acht Prozent.

Trotzdem zeigen sich deutsche Nutzer bei der Frage nach Botnetzen unbekümmert. 62 Prozent geben an, es sei "nicht" oder "nicht sehr" wahrscheinlich, dass ihr PC befallen ist. Zum Vergleich: Im Schnitt sagen das nur 47 Prozent. Besonders vorsichtig sind Spanier: Nur 39 Prozent halten eine Infektion ihres Rechners für nicht oder nicht sehr wahrscheinlich.