Dänemark in Europa Spitzenreiter

Deutsche IT-Branche nur Mittelmaß

27. September 2010
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Trotz SAP und üppigem Binnenmarkt: Die deutsche IT-Branche ist europaweit nur mittelmäßig konkurrenzfähig. Vor allem eine Unterstützung von Politik und Banken fehlt.
Dänemark mit besten Perspektiven auch für die Zukunft, in Deutschland hapert es beim E-Government: das Ranking vom Fraunhofer ISI.
Dänemark mit besten Perspektiven auch für die Zukunft, in Deutschland hapert es beim E-Government: das Ranking vom Fraunhofer ISI.

Es sei etwas faul im Staate Dänemark, ließ Shakespeare seinen Hamlet feststellen. Ein paar Jahrhunderte später gilt das für die Software- und IT-Dienstleistungsindustrie im nördlichen Nachbarland keineswegs. Mit gehörigem Abstand landete Dänemark europaweit auf Platz Eins im Wettbewerbsindex, den das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) im Auftrag der Software AG ermittelte. Dänemark liegt klar vor dem zweitplatzierten Irland. Und auch weit vor den USA und Japan, die die Forscher zu Vergleichszwecken, aber außer Konkurrenz in ihr Ranking integrierten.

Fünf Kategorien berücksichtigten die Autoren Timo Leimbach und Sven Wydra vom Fraunhofer ISI für ihre Wertung: wirtschaftliche Effekte, Höhe und Qualität der Nachfrage, allgemeine Rahmenbedingungen, Innovations- und FuE-Aktivitäten sowie Rahmenbedingungen in der Softwarebranche.

Deutschland rangiert auf einem mittelprächtigen neunten von 25 Plätzen – erscheint dabei aber weder blind noch einäugig. Die hiesige IT-Industrie liegt hinter skandinavischen Ländern (neben Dänemark auch Schweden und Finnland), den britischen Inseln (neben Irland auch Großbritannien), Benelux-Staaten (Niederlande und Belgien) sowie Österreich.

Die Branche an sich ist aber deutlich besser aufgestellt, als es das Gesamtranking aussagt. Jeweils ein sechster Platz ist bei InnovationInnovation, Forschung und Entwicklung (deutlich etwa vor den Niederlanden und Großbritannien) sowie Höhe und Qualität der Nachfrage zu verbuchen. Für Rang Sieben langte es bei den wirtschaftlichen Effekten und den Rahmenbedingungen in der Softwarebranche. Getrübt und in der Rangliste deutlich nach unten gezogen wurde das alles durch die Schwäche bei den allgemeinen Rahmenbedingungen. Hier reichte es nur für Platz 14. Alles zu Innovation auf CIO.de