Zeit- und Budget-Probleme

Deutsche IT-Manager sind beim Projekt-Management planlos

08. Februar 2006
Von Tanja Wolff
Weniger als die Hälfte der deutschen IT-Projekte ist in den vergangenen drei Jahren erfolgreich gewesen. Laut einer Studie der Technischen Universität München und der Computerwoche waren zudem nur 48 Prozent der IT-Vorhaben teilweise erfolgreich. Dabei wurde meistens der Zeitrahmen gesprengt oder das Projektbudget nicht eingehalten.
Das größte Problem bei IT-Projekten scheint die Nichteinhaltung des zeitlichen Rahmens zu sein.
Das größte Problem bei IT-Projekten scheint die Nichteinhaltung des zeitlichen Rahmens zu sein.

Bei 10,5 Prozent der Unternehmen mussten für einen Teilerfolg sogar die Inhalte des IT-Projekts geändert werden. Die Befragten tendieren offenbar dazu, bei der Planung eines Projektes vom Idealfall auszugehen und beziehen mögliche Schwierigkeiten wie technische Verzögerungen nicht ein.

Ein weiterer Grund für die zeitliche Fehlkalkulation liegt wahrscheinlich darin, dass zwei Drittel der Firmen ihre IT-Mitarbeiter in mehreren Projekten gleichzeitig einsetzen. Die Folge ist, dass der Koordinationsaufwand größer wird und sich die Abwicklung verzögert. Gut einem Fünftel der Mitarbeiter werden mehr als zwei ProjekteProjekte zugeordnet. Alles zu Projekte auf CIO.de

Der Studie zufolge läuft auch die Zusammenarbeit zwischen den Fachabteilungen und der IT nicht problemlos ab. In knapp 16 Prozent der befragten Firmen erfolgt diese nach eindeutig definierten und dokumentierten Regeln. Mehr als die Hälfte orientiert sich dagegen nur streckenweise an klaren Abläufen.

Die meisten Firmen arbeiten zudem nicht besonders effizient und wirtschaftlich. 80 Prozent der Befragten fassen thematisch nahe Projekte im besten Fall "manchmal" zu einem Großprojekt zusammen. Die Zerstückelung in leichter verdauliche Teilprojekte unterhalb der Genehmigungsgrenze lässt vermuten, dass es den Firmen an überzeugenden Business Cases fehlt, so die Studie.