Dienstleister erweitern fieberhaft ihre Portfolios

Deutsche Unternehmen entdecken BPO

25. Februar 2005
Von Ingo Butters
Im Vergleich zu den IT-Services ist das Auslagern von Geschäftsprozessen hierzulande noch ein zartes Pflänzchen. Analysten prognostizieren allerdings kräftiges Wachstum in den nächsten Jahren. Ohne intensive Vorbereitung sollten sich Unternehmen aber nicht in ein Business Process Outsourcing (BPO)-Abenteuer stürzen: Für erste Resümees ist der Markt noch zu jung und eine Rückabwicklung ist schwierig und teuer.

Firmen hoffen Einsparungen durch BPO.

"Es rumort an jeder Ecke", sagt Stephan Kaiser, Analyst beim Beratungshaus PAC. "Die großen Outsourcing-Dienstleister wittern großes Potenzial und arbeiten an neuen Angeboten, um am erwarteten Marktwachstum teilzuhaben." Das Thema BPO ist plötzlich in aller Munde. Es scheint Schwung in die Sache zu kommen.

Für 2005 rechnet PAC mit einem Wachstum von 17 Prozent für den BPO-Markt. Zweistellig soll es auch in den Folgejahren weitergehen. Aktuell prägen noch die BPO-Deals großer Unternehmen den Markt: Etwa der der Deutschen Bank, die den kompletten Einkauf sowie die Bearbeitung des Rechnungsausgangs an Accenture ausgelagert hat. Langfristig werden nach PAC-Einschätzung aber auch Unternehmen des gehobenen Mittelstands auf BPO zurückgreifen.

Zurzeit hat der BPO-Markt ein noch bescheidenes Volumen von rund 1,5 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der Outsourcing-Markt für IT-Services und Software ist satte 40 Milliarden Euro wert.

Das Wachstum wird vor allem vom Einsparpotenzial getragen, das Unternehmen im BPO sehen. "Es ist letztlich noch immer das Kostenargument, mit dem Anbieter bei Kunden punkten", sagt Kaiser. Er hält Kostensenkungen zwischen 15 und 25 Prozent durch einen BPO-Deal für möglich.

Gleichwohl erhoffen sich Unternehmen, die auslagern, weitere positive Effekte: beispielsweise eine qualitative Verbesserung ihrer Geschäftsprozesse sowie eine bessere und schnellere Anpassung an technologischen und strategischen Wandel.