Karriere aus eigener Kraft statt Kungeln im Netzwerk

Deutsche wollen kein "Vitamin B"

17. Oktober 2008
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Arbeitnehmer verlassen sich lieber auf eigene Fähigkeiten statt auf Empfehlungen durch Freunde und Bekannte. Damit entziehen sie sich dem amerikanischen Networking-Hype.
Fachwissen statt Kungelei: Im deutschsprachigen Raum gibt rund jeder zweite Arbeitnehmer an, seine Position aus eigener Kraft erreicht zu haben.
Fachwissen statt Kungelei: Im deutschsprachigen Raum gibt rund jeder zweite Arbeitnehmer an, seine Position aus eigener Kraft erreicht zu haben.

Karriere-Tricks von A bis X: After-Work-Partys, Blogs, NetzwerkeNetzwerke, Xing. Coaches mit Crash-Kursen für Profilierungssüchtige. Wo man hinschaut, wird Selbstvermarktung propagiert. Doch der deutsche Arbeitnehmer will das alles gar nicht, wie eine Studie des Portals Monster zeigt. Alles zu Netzwerke auf CIO.de

Fast jeder Zweite (47 Prozent) beantwortet die Frage, ob er schon einmal von "Vitamin B" profitiert habe, mit einem stolzen: "Nein, ich habe mir meine Position selbst erarbeitet." Weitere dreizehn Prozent stellen klar: "Ich halte nichts von Vitamin B und möchte es auch zukünftig nicht in Anspruch nehmen." Fast identische Zahlen liegen für Österreich und die Schweiz vor.

Damit scheint sich der deutsprachige Raum dem amerikanischen Hype zu entziehen. Dort versichert etwa der Blogger Mark Cummuta, wer nach oben wolle, brauche vor allem die richtigen Freunde. Ständiges Networking sollte daher höchste Priorität haben. Cummuta muss es wissen, schließlich war er CTO und CIO auf diversen beruflichen Stationen wie etwa Airtronic USA oder Platinum Community Bank.

Und Penelope Trunk, die früher im Marketing einer Software-Firma gearbeitet hat und heute als Kolumnistin und Buchautorin über Karriere-Themen schreibt, behauptet gar: Die Menschen haben lieber einen inkompetenten, aber netten Chef, als einen ausgewiesenen Experten, den keiner leiden kann.