Abgeordnete ordnen Behörden im Mittelfeld ein

Deutschland hinkt beim E-Government hinterher

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Die Abgeordneten im Bundestag und den Landtagen sehen bei den Behörden großen Nachholbedarf im E-Government: Lediglich ein Siebtel findet, dass Deutschland hier den Anforderungen eines modernen Wirtschaftsstandorts gerecht werde. Dieses Ergebnis ermittelte das Beratungshaus Infora in einer Umfrage.
Deutsche Behörden - noch nicht reif für elektronischen Service.
Deutsche Behörden - noch nicht reif für elektronischen Service.

29 Prozent der befragten Politiker urteilen, Deutschland erfülle beim E-Government zeitgemäße Anforderungen nur unzureichend. Fast 60 Prozent ordnen die Bundesrepublik als mittelmäßig ein.

Kritisch sehen die Parlamentarier den elektronischen Service der hiesigen Ämter auch im europäischen Vergleich. Dass Deutschland hier Spitze sei, meinen nur sechs Prozent der Befragten. Das Gros von 76 Prozent reiht die Verwaltung von Bund und Ländern im Mittelfeld ein, 18 Prozent im hinteren Feld.

Über den Weg zu kosten-effizienteren und bürgerfreundlicheren Behörden haben die Politiker klare Vorstellungen. 64 Prozent sagen, dass in digitale Verwaltungsdienste mehr investiert werden muss; 60 Prozent hoffen auf ein koordinierteres Vorgehen unterschiedlicher Ämter.

Bundesweite Standards für E-Government-Initiativen erachten 42 Prozent als sinnvoll. Eine verbindliche Selbstverpflichtung der Behörden zur Kunden-Orientierung fordern 38 Prozent der Abgeordneten.

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