Führungskräfte über Banker

Deutschlands Entscheider für Bankenzerschlagung

Einen seiner ersten Artikel schrieb René Schmöl, Jahrgang 1982, mit 16 Jahren für die Tageszeitung Freies Wort. Es war ein Interview mit Hape Kerkeling. Dieser Erfolg motivierte ihn, weiterzumachen. Nach sieben Jahren im Lokaljournalismus und einer Ausbildung zum Verlagskaufmann folgte ein Volontariat bei der Verlagsgruppe Handelsblatt. Die zwei aufregendsten Jahre seines Lebens. Seit 2007 ist Schmöl in unterschiedlichen Positionen für IDG tätig. Momentan als Chef vom Dienst Online. Er kümmert sich um das Portal cio.de.
Barack Obamas hartes Durchgreifen gegenüber der Bankenbranche findet bei Deutschlands Entscheidern große Zustimmung. In einer Umfrage des manager magazins unter rund 400 Führungskräften sprachen sich 58 Prozent dafür aus, dass auch die deutsche Regierung die großen Geschäftsbanken zerschlagen solle. Eine damit verbundene Schwächung des Wirtschaftswachstums befürchtet weniger als ein Drittel.

Wie schlecht es um das Image der Branche steht, zeigen die persönlichen Einschätzungen der Entscheider: 60 Prozent würden ihren Kindern von einer Bankkarriere abraten, und sechs von zehn glauben, dass Banker in ihrer eigenen Welt leben, und sprechen ihnen jeglichen Bezug zur realen Wirtschaft ab.

Überdies sprechen sich 58 Prozent der Befragten für den Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel aus, eine Transaktionssteuer auf Finanzmarktgeschäfte zu erheben.

Bestrebungen europäischer Politiker, angeschlagene Euro-Mitgliedsländer wie Griechenland zu unterstützen, stehen die Entscheider hingegen kritisch gegenüber: Nur 30 Prozent sind der Ansicht, dass zahlungskräftige Euro-Länder für Pleitekandidaten einspringen sollten. Insgesamt 31 Prozent sprechen sich für Rettungsmaßnahmen durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) aus. Und 37 Prozent plädieren hingegen dafür, Hilfen generell zu unterlassen.

Auf die Frage, welchem Manager sie zutrauen, den Aktienkurs nachhaltig zu steigern, gaben die Entscheider eine klare Antwort: So sprachen sich 79 Prozent für Josef Ackermann (Deutsche Bank) aus, 68 für Martin Winterkorn (VW) und 53 Prozent glauben an Jürgen Hambrecht (BASF). Auf Platz vier haben die Befragten Peter Löscher gewählt (Siemens), gefolgt von Werner Wenning (Bayer). Abgestraft wurde Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber – er verliert 13 Prozentpunkte zum Vormonat und belegt jetzt noch Platz 6.

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