Strategien


Anbieterauswahl und Beispiele

DevOps-Einstieg in 4 Schritten

26. September 2016
Analyst und Geschäftsführer bei IDC in Frankfurt. In seiner Funktion als Geschäftsführer verantwortet Wafa Moussavi-Amin seit Oktober 2004 die Strategie und Geschäftsentwicklung der International Data Corporation (IDC) in Deutschland und der Schweiz, seit 2013 zeichnet er zudem verantwortlich für die Region Benelux.
Immer mehr IT-Verantwortliche entscheiden sich dafür, DevOps-Prinzipien für Entwicklung, Auslieferung und Management moderner Applikationen einzusetzen. Mit der stetig wachsenden Akzeptanz von DevOps stellen sich viele IT-Entscheider die Frage, wie DevOps die Beziehungen zu den Zulieferern und die Beschaffungsprozesse für Lösungen beeinflusst. IDC hat die Antworten.

DevOps ist im Kern transformativ. Der agile Ansatz kann die Kultur innerhalb der IT verändern. Neue Werkzeuge und Prozesse, Kennzahlen-basierende Performance, Kollaboration und Teamwork – die breite Palette an möglichen Mehrwerten ist erstaunlich. Allerdings weisen die meisten Business Cases den möglichen Nutzen und Wertbeitrag nicht vollständig aus. Sie beschränken sich häufig auf den Return on Investment (RoI), Kostensenkungen oder einfache technologische Kenngrößen. Dieser Ansatz greift zu kurz; er engt die echten Wertschöpfungspotenziale und Veränderungsmöglichkeiten von DevOps ein.

Insbesondere zwei Kernbereiche werden durch DevOps bei der Auswahl des passenden Anbieters und der Produkte wichtig:

  • Übereinstimmung der Unternehmensstrategie mit der Strategie der Business Unit: Für die Definition der Prozesse und das Festlegen messbarer Kenngrößen, die die Geschäftsergebnisse abbilden, ist die Übereinstimmung der Strategien des Unternehmens und der Business Unit ein kritischer Faktor. Richten Sie sich an den strategischen Zielen des Business-Managements aus, ist es einfacher, an höhere Budgets zu kommen. Ihre politische Präsenz wird gestärkt. Auch die ganzheitliche Verbindung der einzelnen Projekte vereinfacht sich auf diesem Weg.

  • Leitung und Team bei DevOps: Die Basis erfolgreicher, auf DevOps basierender Projekte bildet eine starke Leitung sowie Teams, die eng über Silogrenzen hinweg zusammenarbeiten. Management und Team müssen darauf achten, wie ein Hersteller und dessen Lösung DevOps in vier Kernbereichen unterstützen: Tool-Auswahl, Unterstützung der Kultur, Vertriebsunterstützung sowie Feedback-Mechanismen.

Besonders leistungsstarke DevOps-Teams konzentrieren sich erfahrungsgemäß beim Auswahlverfahren für einen passenden Anbieter und eine geeignete Lösung auf die folgenden vier Schlüsselbereiche:

1. Tool-Auswahl

  • Cross-funktionales Lösungs-Review: Unterstützt bei der Planung kurz- und langfristiger Ziele und Ergebnisse von DevOps. Zudem zeigt das Review mögliche Herausforderungen bei der Integration und den User-Interfaces auf.

  • Zugang des Product Managements: DevOps-Teams sollten ihre Beziehung zum Product Management definieren, um über Prioritäten, Budgetzuweisungen und die Berichtsstruktur der Organisation Bescheid zu wissen.

  • Investitionsbewertung: Wie wichtig ist DevOps in der Strategie eines Anbieters? DevOps-Teams sollten sich hierüber einen genauen Überblick verschaffen, denn dieser Punkt betrifft Budgets, Ressourcenzuordnung, Vertriebsunterstützung sowie die grundsätzliche „Ability to Execute“.

  • Auftragsumsetzung: DevOps-Prozesse sind mit unterschiedlichen Feedback-Mechanismen ausgestattet. Die IT-Verantwortlichen müssen ein genaues Bild davon haben, wie und in welcher Geschwindigkeit angefragte Merkmale und Kunden-Feedback in neue Produkterweiterungen einfließen.

2. Kultur

  • Herstellerkultur: Bestimmen Sie die wesentlichen kulturellen Merkmale eines Anbieters und prüfen Sie, ob diese zu Ihrer Unternehmenskultur passen.

  • Kennzahlen: Fragen Sie potenzielle Anbieter nach klar definierten geschäftlichen und technologischen Kennzahlen, die andere Kunden mit den jeweiligen Produkten erreicht haben.

  • Unterstützung bei der Transformation: Nehmen Sie Kontakt zu Referenzkunden des Anbieters auf, die bereits eine DevOps-Transformation innerhalb ihres Unternehmens in die Wege geleitet haben.

  • Organisatorische Möglichkeiten: DevOps-Teams sollten sich auf die organisatorischen Strukturen konzentrieren, auf damit verbundene politischen Hemmnisse sowie auf die mögliche Notwendigkeit organisatorischer Veränderungen. Diese Faktoren sind kritisch für den Erfolg bei DevOps.

3. Vertriebsunterstützung

  • Personalwechsel: DevOps-Teams sollten das Personalkarussell im Vertrieb des Anbieters im Auge behalten. Dreht es sich schnell, könnte das auf mangelndes Interesse an DevOps und geringe Aufmerksamkeit seitens des Managements hinweisen.

  • Deployment-Unterstützung: DevOps-Teams sollten sich nach den Deployment-Kosten und nach dem Zeitrahmen erkundigen. Wichtig ist zudem, wie sich das Produkt in andere Lösungen integriert.

  • Rückhalt durch das Management: Die Teams müssen sich im Klaren darüber sein, in welchem Maß die Unternehmensführung hinter DevOps steht. Indikatoren dafür sind die Strategie des Anbieters und Budgetentscheidungen.

  • Strategische Prioritäten: Ein neues Management bei einem Anbieter bedeutet oft auch eine neue Strategie. DevOps-Teams müssen also wissen, an welcher Stelle DevOps in der Prioritätenliste eines Herstellers steht.

4. Feedbackmechanismen

  • Entwicklung: DevOps-Teams sollten wissen, wie die Feedback-Schleifen eines Anbieters innerhalb des Entwicklungszyklus‘ funktionieren.

  • Prozessintegration: Identifizieren und definieren Sie, wo eine Prozessintegration zum Anbieter notwendig ist.

  • Professional Services: Verschaffen Sie sich einen Überblick, wo zusätzliche Kenntnisse benötigt werden und welche DevOps-relevanten Fähigkeiten eventuell fehlen.

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