Work-Life-Balance verschwindet

Die 11 Arbeitertypen der Zukunft

05. Dezember 2014
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.

Arbeit, so Gatterer und Huber weiter, entwickle sich immer gestaltbarer. "Mehr denn je greifen Menschen selbst ein, um Zeit und Raum ihrer Arbeit ihren eigenen Vorstellungen anzupassen", schreiben sie. Das bedeutet auch, dass sich die Bindung an den Arbeitgeber abschwächt. Nur noch etwa dreizehn Prozent der Deutschen empfänden heute eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber, so die Forscher unter Berufung auf eine Gallup-Umfrage.

Gatterer und seine Kollegen vom Zukunftsinstitut demonstrieren den Wandel der Arbeitswelt zum Beispiel anhand künftiger Arbeitsstile. Menschen definierten sich immer stärker über das "Wie", das "Was" und "Wo" sie arbeiten. Die Forscher identifizieren elf Typen:

Typ 1: Knowledge Workers. Knowledge Workers sind "das pulsierende Herz der Wissensökonomie". Sie tragen, verbreiten und vermehren Wissen und fungieren als Mittler zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie arbeiten in großen Unternehmen im Angestelltenstatus, als Selbständige oder als Gründer. Sie suchen kreativ-kognitive Herausforderungen und motivieren sich stärker über intrinsische Werte, weniger über Geld.

Vom Karrieristen und der guten Seele

Typ 2: Corporate High Flyers. Sie sind die klassischen Karrieristen, die in großen Firmen aufsteigen und sich in ihrer ganzen Identität dem Unternehmen verschreiben. Typischerweise handelt es sich um Männer mit klassischem Lebens-/Arbeitsentwurf: leistungsbereit, statushungrig, aggressiv, machtorientiert. Damit sind sie allerdings auch typische Burnout-Kandidaten. Laut Zukunftsinstitut geraten Corporate High Flyers zunehmend in Identitätskrisen, weil Unternehmen immer weniger nach "Leiter-Mentalitäten" suchen und die Arbeitsvolatilität auch im Managementbereich steigt.

Typ 3: Intermediäre. Intermediäre sind die "guten Seelen" der Unternehmen, früher war das typischerweise die Chefsekretärin. Ihr wesentliches Merkmal ist ihre kommunikative Kompetenz: Sie "halten den Laden zusammen" und vermitteln zwischen Firmenspitze und Belegschaft. Wenn Intermediäre ihre Arbeit verweigern - das heißt in ihrem Fall: sie machen "Dienst nach Vorschrift" - geht es mit dem Unternehmen bergab. Insofern fungieren sie als Seismografen. Im Zuge wachsender Projektifizierung erhalten Intermediäre neue Aufgaben und Verantwortlichkeiten.