Innovation CIO vs. Utility CIO

Die 2 CIO-Typen

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Die Aufgaben der CIOs werden immer komplexer. Laut einer Studie von Harvey Nash belohnen Firmen zwar ihre IT-Chefs dafür, aber bei Innovation unterstützen sie wenig.

CIO ist nicht mehr gleich CIO. Das Beratungshaus Harvey Nash jedenfalls beobachtet seit 13 Jahren, wie sich die Rolle des IT-Chefs in den Unternehmen weltweit wandelt. Im Wesentlichen lässt sich diese Entwicklung durchaus als Erfolgsgeschichte schreiben, denn über die Jahre gelang weithin die Verankerung des CIOs als zentrale Management-Funktion. In der aktuellen Ausgabe der jährlichen Studie unterscheidet Harvey Nash jedoch fundamental zwischen zwei Typen: dem „InnovationInnovation CIO“ als Erneuerer, der nicht vorgetrampelte Wege zu größerer Wettbewerbsfähigkeit finden soll, und dem „Utility CIO“, der von Business-Seite lediglich als nützlicher Dienstleister wahrgenommen wird. Alles zu Innovation auf CIO.de

Handel hui, Maschinenbau pfui: So verteilen sich "Innovation CIOs" und "Utility CIOs" nach Branchen.
Handel hui, Maschinenbau pfui: So verteilen sich "Innovation CIOs" und "Utility CIOs" nach Branchen.
Foto: Harvey Nash

Schiebt man diese Unterscheidung noch einen Moment beiseite, lässt sich global betrachtet auf ein ziemlich erfreuliches Jahr für die Gruppe der IT-Chefs zurückblicken. 83 Prozent der CIOs fühlen sich vollauf zufrieden und ausgefüllt durch ihre Tätigkeit, im vergangenen Jahr waren das lediglich 72 Prozent. Eine schöne Ausgangslage, um die zahlreicher gewordenen Perspektiven anderswo im Blick zu behalten. Etwa ein Viertel plant, sich im kommenden Jahr zu verändern, ein weiteres Viertel hat die Neuorientierung für die kommenden 24 Monate im Blick.

Gehälter steigen weiter

Einkommenstechnisch kommen die Dinge nach der Wirtschaftskrise ohnehin wieder ins Lot. Schon im vorvergangenen Jahr stiegen die Jahresgehälter der CIOs laut Harvey Nash um 27 Prozent. Diese Marke wurde mit einem Plus von 39 Prozent nun noch einmal deutlich übertrumpft. Im weltweiten Durchschnitt verdient ein CIO jährlich 198.031 US-Dollar, umgerechnet etwa 140.000 Euro. „Es ist klar, dass die CIOs auch 2011 einen Aufwärtstrend erwarten“, so die Berater.

Langfristig betrachtet ist auch der Verantwortungszuwachs für den IT-Chef unverkennbar. Die Hälfte der von Harvey Nash befragten CIOs hat einen festen Platz in der Vorstandsetage gefunden. Und erstmals überhaupt gaben mehr als zwei Drittel an, im vergangenen Jahr zusätzliche strategische Verantwortlichkeit übertragen bekommen zu haben. An dieser Stelle kommt auch die wachsende Bedeutung von Innovation ins Spiel. „CEOs erwarten von ihrem CIO und dem IT-Team das Liefern von sowohl intern als auch extern ausgerichteter technologischer Innovation, damit die Organisation Konkurrenten leichter ausmanövrieren und die Zukunft gewinnen kann.“

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