Wo die Analysten irrten

Die 3 Forrester-Sicherheitstrends 2010

11. Januar 2010
Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Unternehmen werden für IT-Security nicht mehr ausgeben als 2009, prognostiziert Forrester. Cloud Computing und Verschlüsselung gewinnen an Bedeutung. Dagegen fand 2009 Client-Virtualisierung kaum statt.

"Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern", soll Bundeskanzler Konrad Adenauer mal gesagt haben, als er an blumige Versprechungen erinnert wurde. Aktuelle Vorhersagen in der IT-Branche werden in der Regel nach dem gleichen Prinzip gehandelt: "Erinnere mich bloß nicht an meine Prognosen vom letzten Jahr!"

Eine erfreuliche Ausnahme von diesem ungeschriebenen Gesetz ist das Beratungsunternehmen Forrester Research, das in seinen Vorhersagen über Datensicherheit 2010 sehr wohl auf die Prognosen des Vorjahres zurückgreift. Die Bilanz ist durchwachsen: Zweimal lagen die Marktforscher richtig, zweimal falsch und zweimal ist den Worten von Analyst Andrew Jaquith zufolge noch kein Urteil möglich.

Vertan hat sich Forrester zum Beispiel mit der Prognose, dass Client VirtualisierungVirtualisierung die Unternehmen erobern werde. "Da waren wir zu früh", schreibt Jaquith im Forrester Report "Data Security Predictions For 2010". Zwar gebe es Zuwächse in diesem Markt; ein genereller Trend sei daraus aber noch nicht abzuleiten. Alles zu Virtualisierung auf CIO.de

Mit der Vorhersage, dass unternehmensweites Rechte-Management (Enterprise Rights Management, ERM) auch im Jahr 2009 nicht die Massen erobern wird, lag Forrester dagegen richtig. "Aber wir bekommen keinen Preis dafür, dass wir das wussten", so Jaquith. Forrester hatte prognostiziert, dass ERM-Software ein Nischenprodukt bleibe, auch wenn es eine nützliche Anschaffung sei. Den Durchbruch aber verhinderten der hohe Anschaffungspreis und das komplizierte Deployment solcher Lösungen.

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