Cloud Computing


Marktforscher

Die 5 wichtigsten Cloud-Trends 2016

René Büst ist Senior Analyst und Cloud Practice Lead bei Crisp Research mit dem Fokus auf Cloud Computing und IT-Infrastrukturen. Er ist Mitglied des weltweiten Gigaom Research Analyst Network und gehört weltweit zu den Top 50 Bloggern in diesem Bereich. Seit Ende der 90er Jahre konzentriert er sich auf den strategischen Einsatz der Informationstechnologie in Unternehmen.
Cloud Computing hat in Deutschland im vergangen Jahr richtig Fahrt aufgenommen. Kaum ein Unternehmen, das sich nicht mehr mit einschlägigen Technologien und Services auseinandersetzt. Neben Managed Public Clouds und hybriden sowie Multi-Cloud-Umgebungen werden vor allem die Themen Infrastructure as Code und DevOps weiter an Bedeutung gewinnen.

Das IT-Research- und Beratungsunternehmen Crisp Research sieht fünf wichtige Cloud-Trends für das Jahr 2016.

Die 5 wichtigsten Cloud Trends 2016
Die 5 wichtigsten Cloud Trends 2016
Foto: ArchMan - shutterstock.com

1. Managed Public Clouds

Mit der Eröffnung der deutschen Amazon Web Services (AWS)-Region im Oktober 2014 in Frankfurt ist die Public Cloud auch in Deutschland angekommen. Unterstrichen wird deren Bedeutung von zahlreichen Kundenreferenzen und zum Teil innovativen Use Cases. Aber nicht nur AWS wird im kommenden Jahr weiter für Furore sorgen. Auch von Anbietern wie IBM Softlayer, Salesforce, ProfitBricks und insbesondere Microsoft, die nun auch mit eigenen Rechenzentren in den deutschen Markt einsteigen, dürfen wir im Jahr 2016 einige Überraschungen erwarten. Der Kampf um die Public Cloud ist auch in Deutschland entbrannt und das kürzlich gefallene Safe Harbor Urteil wird seinen Teil dazu beitragen!

Zu einer spannenden Geschichte gehören allerdings mehrere Protagonisten. Die Hauptrolle in der Public Cloud nehmen einmal mehr die IT-Anwender ein. Eine hohe Komplexität in der Nutzbarkeit - Stichwort: Cloud-Wissen - und eine bislang unklare Kommunikation der Verantwortlichkeiten – Stichwort: Self-Service / Shared-Responsibility - sorgen für Verwirrung und beeinträchtigen die Public-Cloud-Adaption. Die weißen Ritter, die sowohl die Situation für die Anbieter als auch die Anwender entschärfen werden, sind die Managed Public Cloud Provider (MPCP). Sie entwickeln und betreiben die Systeme, Applikationen und virtuellen Umgebungen ihrer Kunden auf den Public Cloud-Infrastrukturen. Sie gleichen damit das fehlende Cloud-Wissen der Unternehmen aus und lösen das Problem der Shared-Responsibility.

2. Hybrid- und Multi-Cloud-Integration

Im Rahmen der digitalen Transformation ihres Unternehmens stehen CIOs vor der Herausforderung, neben der Einführung neuartiger Infrastruktur- und IT-Umgebungen zur Unterstützung moderner Workloads, ihre Legacy- und Compliance-kritischen Systeme nicht zu vernachlässigen. In der jüngsten Vergangenheit hat sich daher gezeigt, dass zu einer modernen IT-Umgebung zwei Welten gehören: die Dynamic IT und die Static IT. Was sich bereits abzeichnet: Dynamic IT-Umgebungen, vorwiegend auf Basis von Public Cloud-Umgebungen implementiert, werden nicht nur bei einem einzigen Anbieter aufgebaut.

Stattdessen ist Vielfalt gefragt. Denn den One-Stop-Shop mit dem idealen Cloud-Portfolio gibt es nicht. Hinzu kommt, dass sich Innovationen nur von verschiedenen Anbietern einkaufen lassen und grundsätzlich nicht alle Eier in ein einziges Nest gehören. CIOs sollten daher zwei Ansätze verfolgen. Hierzu gehören das Multi-Cloud-Management, bei dem Anwendungen und Systeme die auf IaaS-, PaaS- und SaaS-Umgebungen betrieben werden, nicht zwangsläufig miteinander integriert werden müssen.

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