Noch zu wenig Business-Fokus

Die Anforderungen an CIOs der Zukunft

09. November 2011
Von Meridith Levinson und
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Gefragt sind Kandidaten mit Business-Erfahrung und globaler Perspektive. Trotzdem: technisches Verständnis bleibt weiter wichtig.

David Reynolds möchte CIO werden und der 35-Jährige scheint auf einem guten Weg zu sein, schreibt Meridith Levinson in einem Beitrag für unsere amerikanische Schwesterpublikation CIO.com. Reynolds, der heute als System-Manager für das Rhode Island Blood Center arbeitet, hat seine KarriereKarriere Ende der Neunzigerjahre begonnen. Nach einem Bachelor in Rechnungswesen und Informatik arbeitete er zunächst im Rechnungswesen, bis ihn der Job langweilte und er sich der IT zuwandte. Alles zu Karriere auf CIO.de

Wer einmal CIO werden möchte, sollte eine Business-Station in die Karriereplanung aufnehmen.
Wer einmal CIO werden möchte, sollte eine Business-Station in die Karriereplanung aufnehmen.
Foto: MEV Verlag

Gerade von seinem finanzorientierten Hintergrund profitiert Reynolds jetzt, wo er die IT-Systeme seines Arbeitgebers und zwei Mitarbeiter verantwortet. Seine ersten Berufsjahre haben ihm ein Verständnis von Budgets, ROI und vielen anderen Finanzthemen gegeben und ihn so optimal auf die CIO-Rolle vorbereitet, sagt Reynolds. Durch seinen Hintergrund aus dem Finanzbereich könne er dem Vorstand besonders gut erklären, welchen Kosten und Nutzen eine neue Technologie mit sich bringt.

Das ist bereits ein guter Anfang, um ein erfolgreicher CIO zu werden, glaubt Meridith Levinson. Doch wer auch zukünftig in der CIO-Rolle glänzen möchte, sollte noch mehr Erfahrungen und Fähigkeiten mitbringen. Vorstände, Recruiter und Analysten gehen davon aus, dass sich die CIO-Rolle gerade gewaltig verändert, unter anderem durch Globalisierung, Cloud Computing und die Konsumerisierung der IT. Experten glauben, dass die CIOs von morgen sich weniger mit IT-Infrastrukturen beschäftigen müssen, sondern vielmehr mit Innovationen, Endkunden und Unternehmenswachstum.

Beim IT-Beratungsunternehmen Forrester schätzen Analysten, dass heute nicht einmal jeder zehnte CIO den Fokus aufs Business hat. Man sehe, dass sich die Erwartungen des Business an den CIO massiv verändern und vielen CIOs die Kompetenzen fehlen, um diesen Erwartungen gerecht zu werden. Wie sich das Verhältnis vom Business zum CIO wandelt, sieht man auch daran, wie die Erfolge eines CIOs gemessen werden. Häufig geht es nicht mehr darum, ob ein CIO Projekt pünktlich fertigstellt, sondern wie zufrieden IT-Nutzer und Endkunden mit der Unternehmens-IT sind.