Open Source

Die Bahn fährt auf Linux ab

10. Januar 2005
Von Patrick Goltzsch
Die Deutsche Bahn baut das Open-Source-Betriebssystem zur strategischen Server-Plattform aus. Allein die Lotus-Notes-Migration soll die Hälfte der Projektkosten wieder einspielen.

Die Bahn macht Dampf. Bis 2007 sollen die Plattformen für Server und Applikationen reduziert werden. Der historisch gewachsene bunte Strauß an Betriebssystemen von z/OS und AIX über Solaris bis hin zu HPHP Tandem soll weitgehend auf Linux umgestellt werden. Das Ziel: die IT-Kosten erheblich senken. Alles zu HP auf CIO.de

Der Entscheidung für Linux war eine Evaluation der verschiedenen Betriebssysteme vorausgegangen: "Wir haben die Kosten des Basisbetriebs verglichen", sagt Detlef Exner, Geschäftsführer von DB Systems, dem internen IT-Dienstleister der Bahn. Dabei stellte sich das HP-Betriebssystem Nonstop, das unter anderem als Backend-System für die Fahrplanauskunft verwendet wird, als eine der teuersten Lösungen heraus. Suns Solaris erwies sich zwar als vergleichsweise günstig, doch Linux war der Konkurrenz unter dem Kostenaspekt immer voraus.

Der Wechsel erfolgt in einzelnen Projekten, wobei sich diese selbst tragen müssen. "Wir starten keine Umstellung, die einen Return on Investment erst in drei bis fünf Jahren verspricht", betont Exner. So sollen sich beispielsweise die bereits begonnenen Migrationen von Lotus und SAPSAP auf Linux bereits innerhalb eines Jahres auszahlen. Alles zu SAP auf CIO.de

Webbasierte Tools bereits migriert

In die Geschäftsmodelle für die einzelnen ProjekteProjekte fließen verschiedene Faktoren ein. Neben den Kosten für Hardware und Lizenzen berücksichtigen sie auch Schulungen für Mitarbeiter und den Aufwand für die Portierung von Software. Projekte mit hohem Programmieraufwand will die Bahn nicht in Angriff nehmen. "Eine Cobol-Anwendung auf dem Großrechner, die in vier oder fünf Jahren abgelöst wird, stellen wir nicht um", sagt Exner. Dagegen sind etwa die webbasierten Werkzeuge bereits weitgehend unter Linux verfügbar. Alles zu Projekte auf CIO.de

Neben der Umstellung von SAP verfolgt die Bahn zwei weitere Großprojekte: Lotus Notes auf Linux laufen lassen und die Automatensteuerung auf HP Nonstop ablösen. Notes dient der Bahn als E-Mail- und Datenbank-System. Rund 55 000 Nutzer greifen auf die bislang unter IBMIBM z/OS laufende Anwendung zu. Gemessen an der Zahl der Nutzer gehört die Migration nach Einschätzung von IBM zu den drei größten Projekten dieser Art in Europa. Alles zu IBM auf CIO.de