Strategien


Die Top IT-Trends von Forrester

Die CIO-Agenda für 2015

10. Dezember 2014
Pascal Matzke ist Country Leader Germany bei Forrester Research.
Die CIO-Redaktion hat drei Fragen gestellt, was die wichtigsten IT-Trends 2015 sind – und darüber hinaus. Pascal Matzke von Forrester Research liefert die Antworten.

Frage 1: Was werden die wichtigsten IT-Trends 2015? Was steht auf der CIO-Agenda?

Pascal Matzke von Forrester Research
Pascal Matzke von Forrester Research
Foto: Forrester Research

Die CIO-Agenda des Jahres 2015 steht unter der Überschrift: "Digitalisierung von Geschäftsprozessen". Dabei muss der Begriff der Digitalisierung breiter gefasst werden, als in der Vergangenheit. Bislang stand beim Thema Digitalisierung vor allem der Endbenutzer im Fokus: Zur Verbesserung der Zufriedenheit von Kunden oder Mitarbeitern wurde der mobile Zugriff auf Cloud-basierte Dienste eingeführt; verändertes Nutzerverhalten wurde mittels Business IntelligenceBusiness Intelligence und Big DataBig Data ermittelt und verarbeitet. Alles zu Big Data auf CIO.de Alles zu Business Intelligence auf CIO.de

2015 wird sich der Fokus der Digitalisierung nunmehr auch auf operationale Prozesse erweitern: Zur Optimierung von etwa Logistik und Produktion werden Sensoren und maschinengestützte Kommunikation eingesetzt, und durch die Auswertung von Daten in Echtzeit neue Möglichkeiten zur Flexibilisierung von kritischen Unternehmensprozessen geschaffen.

Damit einher geht die steigende Bedeutung solcher Technologiethemen wie Internet der Dinge/ Internet of Things (IoT), Datenanalyse in Echtzeit und Datensicherheit in 2015. Gleichzeitig bleiben die Themen mobile Lösungen, SaaSSaaS und Cloud natürlich auch in 2015 mit oben auf der CIO-Agenda. Alles zu SaaS auf CIO.de

Frage 2: Was wird der auffälligste, größte Aufsteiger und was der größte Absteiger 2015?

Der größte Aufsteiger unter den IT-Trends 2015 im Vergleich zu den Vorjahren ist ohne Frage das Thema Datensicherheit. Zwar wurde bei Forrester-Umfragen unter Unternehmensführern auch in der Vergangenheit das Thema Sicherheit stets als ein wichtiges Thema genannt. Allerdings tat sich bei den tatsächlichen Investitionen - die in der Regel vergleichsweise mager ausfielen - auch immer eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf.

Das Jahr 2014 brachte nun aber nicht nur jede Menge Enthüllungen zu Passwortklau und Datenspionage mit sich. Es hat auch Entscheidungsträger auf allen Ebenen nachhaltig sensibilisiert, und dafür gesorgt, dass Datensicherheit heute weit mehr als einer von vielen IT-TrendsIT-Trends darstellt. Alles zu IT Trends auf CIO.de

In dem Maße, wie Unternehmen ihre Geschäftsprozesse, Produkte und Lösungen zunehmend digitalisieren, erkennen die Vorstände die Bedeutung der Datensicherheit als unabdingbare Voraussetzung für den unternehmerischen Erfolg an.

Absteiger Outsourcing

Der größte Absteiger unter den IT-Trends 2015 im Vergleich zu den Vorjahren ist das Thema IT-Outsourcing. Während in den vergangenen Jahren die Notwendigkeit zur Kostenreduktion das Wachstum im OutsourcingOutsourcing gefördert hatte, steht bei den Entscheidungsträgern heute vielmehr die Verbesserung der Agilität von Prozessen bei gleichzeitiger Kostentransparenz im Vordergrund. In der Folge steigt die Nachfrage nach Cloud-basierten Dienstleistungen, welche über die verbrauchsabhängige Abrechnung maximale Kostentransparenz bieten. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Klassische Outsourcingverträge, die über eine Laufzeit von 5 bis 10 Jahren garantierte Kosteneinsparungen von 10 bis 15 Prozent pro Jahr versprechen, sind die große Ausnahme geworden. Vielmehr präferieren Unternehmen heute flexible Cloud-Lösungen, die es erlauben, auf kurzfristige Veränderungen in der Nachfrage durch Verbrauchsanpassung zu reagieren.

Frage 3: Was wird in den kommenden Jahren der größte Aufsteiger werden? Wird es einen Überraschungsaufsteiger geben?

Fast unbemerkt von Marktteilnehmern, arbeitet sich in den letzten Monaten ein Thema wieder mit an die Spitze der CIO-Agenda, welches zuletzt vor 20 Jahren von sich Rede machte: Business-Process-Re-engineering. Allerdings ist das Thema in Zeiten des digitalen Wandels natürlich völlig anders ausgeprägt, als zu Zeiten der großen ERP-Implementierungen. Damals ging es darum manuelle Geschäftsprozesse in die automatisierte ERP-Welt zu überführen, zum Zwecke der Effizienzsteigerung. Heute gilt es diese automatisierten Geschäftsprozesse wieder stärker auf den Menschen - auf Mitarbeiter, Kunden oder Geschäftspartner - auszurichten, mit dem Ziel, Reaktionsgeschwindigkeit und Flexibilität zu verbessern.

Passend zum Thema: Software Defined Infrastructure in Deutschland 2016

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Weitere Vorteile und eine Roadmap zur SDI laut IDC erfahren Sie in dieser Studie.

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Getrieben wird dieser Wandel von einem völlig geänderten Nutzerverhalten, welches den Zugriff auf Informationen, Daten und Prozesse zu jedem Zeitpunkt und von jedem Ort aus verlangt. Die neuen digitalen Technologien, wie mobile Lösungen, IoT, Big Data oder Cloud sind dabei die lediglich die Beschleuniger. Klassische Geschäftsprozesse - sogenannte "Systems of Record" - die auf lineare Transaktion ausgerichtet waren, sind von ihrem Aufbau und Bedienungsmuster nicht auf externe Kunden oder Partner ausgerichtet.

Die neuen Prozessmodelle - die wir "Systems of Engagement" nennen - stellen hingegen die kontinuierliche Interaktion mit Menschen in der Mittelpunkt und müssen von Grund auf völlig anders gestaltet sein. Hieraus ergibt sich für die kommenden Jahre in den Unternehmen ein erhöhter Bedarf an Beratungs- und Implementierungskompetenz, welche diesen Wandel in den Geschäftsprozessen tatkräftig unterstützt.

Die Top 10 IT-Trends 2015 von Forrester

Alle Vorhersagen von Forrester für 2015 finden Sie hier:

Forrester Predictions 2015

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