Experton warnt vor Lieferengpässen

Die Clients werden knapp

24. November 2010
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Wer die nächsten Monate einen Client-Rollout plant, muss das Projekt schleunigst anschieben. Laut Experton steht ein Nachfrage-Boom bevor, Vorprodukte fehlen.

Zurzeit würden in Deutschland wohl ständig Sektkorken knallen, wenn es nicht so viel zu tun gäbe. Die Stimmung ist bestens angesichts in vergessene Tiefen sinkender Arbeitslosenzahlen und im internationalen Vergleich herausragenden Wirtschaftswachstums - was es gefühlt zuletzt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gab. Man weiß hierzulande womöglich gar nicht, dass alleinige Höhenflüge in einer globalisierten Weltwirtschaft auch negative Folgen haben. CIOs sollten das schleunigst lernen, denn Experton warnt vor Knappheit und Teuerungen auf dem Markt für Business Clients. Wer Lieferengpässe im Jahr 2011 vermeiden will, sollte demnach so schnell wie möglich bestellen.

Wintersportelnde IT-Chefs dürfen ihre Freizeiterfahrungen dabei getrost aufs Berufsleben übertragen. Die Sportartikelartikelhersteller könnten derzeit die Nachfrage nach Skiern nicht bedienen, berichtet Andreas Zilch, Lead Advisor der Experton Group. "Es ist einfach nicht genug Kunststoffgranulat da", so Zilch. Genauso wird es laut seiner Prognose in wenigen Monaten bei den Herstellern von Notebooks, Desktops und Mobiles für den Business-Bereich sein. Es werde voraussichtlich an Vorprodukten wie Prozessoren, RAMs oder Motherboards fehlen, um die Nachfrage aus Deutschland zu befriedigen, so Zilch. Und zwar nicht bei einzelnen Herstellern, sondern branchenweit.

Rät Anwendern zu hurtigem Handeln: Experton-Analyst Andreas Zilch.
Rät Anwendern zu hurtigem Handeln: Experton-Analyst Andreas Zilch.
Foto: Joachim Wendler

Die deutschen Firmen sind in dieser Hinsicht offensichtlich Opfer der ansonsten so erfreulichen Entwicklung, dass der Konjunkturmotor in der Bundesrepublik so schnell wieder angesprungen ist wie sonst fast nirgends. Schaut man auf die aktuellen Vergleichsdaten der OECD für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zweiten gegenüber dem ersten Quartal des Jahres, weisen nur die Türkei und Mexiko ein höheres Plus auf - sowie Indien als Nichtmitgliedstaat von Rang. Aus China gibt es keine offiziellen Zahlen.

Ansonsten stechen die deutschen 2,2 Prozent unter anderem 0,4 Prozent in den USA, 0,7 Prozent in Frankreich, 1,2 Prozent in Großbritannien oder 1,0 Prozent als Durchschnitt der Eurozone deutlich aus. Und zuletzt ging es sogar noch steiler aufwärts in der Republik.

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