Hamburger IT-Strategietage


IT-Strategietage 2017

Die Digitalisierungsstrategie der Commerzbank

Andrea König schreibt seit 2008 für CIO.de. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager. Die Arbeit als freie Autorin für verschiedene Redaktionen ist mittlerweile kein Vollzeitjob mehr - hauptberuflich arbeitet sie als PR-Beraterin bei einer Hamburger Kommunikationsagentur.
Bis 2020 wird die Commerzbank 80 Prozent ihrer Prozesse digitalisieren. Auf diesem Weg spielen Kollaboration und Unified Communication eine wichtige Rolle.
Olaf Bruhn, CEO Commerz Systems, sprach auf den Hamburger IT-Strategietagen.
Olaf Bruhn, CEO Commerz Systems, sprach auf den Hamburger IT-Strategietagen.
Foto: Foto Vogt

"Wir müssen uns der DigitalisierungDigitalisierung stellen", bekräftigt Olaf BruhnOlaf Bruhn in seinem Vortrag auf den Hamburger IT-Strategietagen. Der CEO der Commerz System GmbH ist davon überzeugt, dass BankenBanken schneller und flexibler werden müssen. "Da hilft die bereits verfügbare Technologie uns enorm weiter", so Bruhn. Profil von Olaf Bruhn im CIO-Netzwerk Alles zu Digitalisierung auf CIO.de Top-Firmen der Branche Banken

Bei der CommerzbankCommerzbank beobachte man genau, was Kunden machen, denn deren Verhalten habe sich essentiell verändert. Kunden nutzen ganz andere Medien als noch vor wenigen Jahren und erwarten andere Kommunikationsformate, die adressiert werden müssen. Allerdings berichtet Bruhn auch, dass die Commerzbank die Mehrzahl ihrer Kunden nach wie vor in den Filialen gewinnt. Besonders dort, wo andere Banken ihre Filialen schließen. Top-500-Firmenprofil für Commerzbank

Doch das veränderte Wettbewerbsumfeld ist ein wichtiger Treiber. Fintechs würden die CommerzbankCommerzbank in vielen Ecken ärgern, doch existenziell wäre das nicht, so Bruhn. Viel mehr Sorgen machen ihm die Startups der letzten Dekade, die längst keine Startups mehr sind. Etwa Paypal, das seinen Kunden im Tausch gegen Daten kostenfreie Finanztransaktionen anbietet. Alles zu Finance IT auf CIO.de

Bis 2020 80 Prozent der Prozesse digitalisieren

Die Commerzbank will sich weiter digitalisieren. Im sogenannten Strategieprojekt Commerzbank 4.0 wurde unter anderem das Ziel formuliert, bis zum Jahr 2020 80 Prozent der Prozesse zu digitalisieren. Bruhn nennt zwei digitale Projekte, die bereits heute erfolgreich bei der Commerzbank implementiert sind: Das ist zum Einen die digitale Kontoöffnung, die bereits heute in zehn Minuten schnell und für das Unternehmen kostengünstig möglich ist. Früher dauerte dieser Prozess bis zu 16 Tage. Ein zweites Beispiel ist die Kontostandsapp der Commerzbank, mit der Nutzer ohne TAN-Eingabe direkt in der App ihren aktuellen Kontostand sehen. Die bei Kunden sehr beliebte App wurde in sechs Wochen entwickelt.

Im Firmenkundenbereich ist Big DataBig Dataein sehr wichtiges Thema für die Commerzbank. Man nutze die vielen Möglichkeiten zunehmend und bewerte sie als vielversprechend, so Bruhn. Auch mit derBlockchainBlockchain beschäftigt man sich und versuche, mit ersten Projekten mehr Gefühl für das Thema zu bekommen. Alles zu Big Data auf CIO.de Alles zu Blockchain auf CIO.de

Kollaboration bei der Commerzbank

Einer der Kernerfolgsfaktoren einer digitalen Organisation ist für Bruhn neben agilem Projektmanagement eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen. Außerdem setze die Commerzbank mittlerweile auf Kollaboration und Unified Communication, etwa auf Chat und Desktop-Sharing. "Es gibt gar keinen Grund, warum es das in der Bank nicht gibt", sagt Bruhn. Für ihn persönlich sei die Killerapplikation das Desktop-Sharing.

Entwickler können bei der Commerzbank im Pair Programming arbeiten, auch wenn sie in unterschiedlichen Städten oder sogar auf unterschiedlichen Kontinenten zuhause sind. Auch der CEO der Commerzbank unterstütze das Thema stark, seit man sich einig sei, den Umgang mit diesen Lösungen zu regeln. Bruhn sieht den Nutzen und promotet die Lösungen - unter anderem in gemeinsamen Veranstaltungen mit dem Betriebsrat.

Doch er stellt auch klar: "Wir schütteln das nicht alles aus dem Ärmel." Der Stellenabbau bei der Commerzbank betrifft auch die IT. Deshalb gehe es zukünftig darum, bei hoher Kostendisziplin Digitalisierung und Wachstum voranzutreiben und die IT zu modernisieren.

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