Planen im neuen Job

Die ersten 100 Tage

30. März 2007
Riem Sarsam ist IDG-Redakteurin und leitet verantwortlich das CIO Leadership Excellence Program (LEP), eine exklusive Fortbildung für IT-Manager, gemeinsam veranstaltet von CIO und der WHU – Otto Beisheim School of Management .
Der Handelskonzern Lekkerland ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Vor allem im Ausland. Die bisher stark auf Deutschland fokussierte IT international auszurichten ist die Hauptaufgabe des neuen CIOs Thomas Pierlein.
Thomas Pirlein, CIO Lekkerland: "Logisch, dass ich hier gelandet bin."
Thomas Pirlein, CIO Lekkerland: "Logisch, dass ich hier gelandet bin."

"Der Plan war perfekt." Drei Monate nach seinem Start bei Lekkerland muss Thomas Pierlein schmunzeln, wenn er an seine gründliche Vorbereitung auf den neuen Job denkt. Denn: "Sie ist von Beginn an durcheinandergeworfen worden", erzählt er. Ursprünglich wollte sich Pierlein erst einmal mit seinem Arbeitsgebiet vertraut machen: Die "Assess-Phase" war von Tag eins bis 60 eingetragen, parallel dazu überlegen, was zu tun ist ("Plan", Tag 20 bis 65). Zwischendurch loslegen ("Act", 32 bis 90), die Ausrichtung der IT am Geschäft prüfen ("Measure", 55 bis 100) und früh beginnen, darüber zu reden ("Communicate", 15 bis 100).

Doch weit gefehlt: Pierlein musste gleich in die Vollen. "Act begann ab Tag eins." Schon zu Beginn flog Pierlein nach Polen, um nach dem Rechten zu sehen. Dann fiel in der ersten Woche auch noch der Strom in der Unternehmenszentrale aus. Dort befindet sich nicht nur die Verwaltung, sondern auch das zentrale RechenzentrumRechenzentrum des Unternehmens. Sämtliche Aktivitäten aus Deutschland, der Schweiz und Ungarn laufen über die Maschinen. Ohne dass es geplant war, lernte Pierlein so gleich die Notfallsysteme kennen. Alles zu Rechenzentrum auf CIO.de

Vita Thomas Pirlein.
Vita Thomas Pirlein.

Ein Tag im Lager

Es gab auch geordnetere Aktivitäten wie das umfassende Einarbeitungsprogramm des Konzerns. "Zwei bis drei Wochen wurde ich nur durch das Unternehmen geschleust", berichtet Pierlein. Und ist begeistert. Er lernte die ausländischen Niederlassungen kennen, verbrachte einen Tag im größten deutschen Lager in Oberhausen und wurde in den verschiedenen Geschäftsbereichen des Unternehmens vorgestellt. Einzig die berüchtigte Tour mit dem Lastwagen hat er in seinen ersten 100 Tagen noch nicht geschafft. Sie ist ein Muss für jeden neuen Lekkerland-Manager: Einen Tag fahren sie im Lkw mit und helfen, die Händler zu beliefern.

Lekkerland ist Großhändler und ein Logistikkünstler. Das Unternehmen versorgt Tankstellen, Kioske, Läden oder Fast-Food-Ketten mit Unmengen verschiedener Güter. In zwölf Ländern beliefert das Unternehmen mehr als 131 000 Händler mit einem Vollsortiment aus Süßwaren, Getränken, Eis und Tiefkühlkost, Frische-Produkten, Tabak- oder anderen Non-Food-Waren. 2005 erzielte das Unternehmen mit rund 7400 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 9,3 Milliarden Euro.