IT-Beratung in deutschland

Die Euros rollen

08. November 2004
Die Tagessätze fallen, die Abrechnungsmodelle werden leistungsbezogener, dafür zieht das Geschäft mit IT-Beratung wieder an. Davon können auch CIOs profitieren.

Bei den Managementberatern erlebte die Informationstechnologie in diesem Jahr immerhin einen literarischen Aufschwung. So widmete McKinsey dem Thema eine ganze Ausgabe seines Kundenmagazins "McK Wissen", um die "strategische Waffe IT" ins unternehmerische Bewusstsein zu rücken. Derweil kommt das Geschäft für die IT-Consultants tatsächlich auf Touren. So meldete Cap Gemini im zweiten Quartal 2004 ein Umsatzplus von weltweit zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr, EDS (inklusive AT Kearney) von drei, CSC von fünf, IBMIBM von sieben, und Accenture erzielte sogar einen Anstieg von 13 Prozent. Auch in Deutschland ist die Talsohle augenscheinlich durchschritten. Alles zu IBM auf CIO.de

Viele IT-Berater hoffen bereits wieder auf rosige Zeiten, wie eine Studie des Marktforschungsinstitutes Lünendonk zeigt. Demnach rechnet ein Drittel von ihnen in den kommenden fünf Jahren mit jährlichen Umsatzzuwächsen von mehr als fünf Prozent.

Dietmar Fink, Professor für Unternehmensberatung an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, warnt allerdings vor allzu großer Euphorie. Langfristig werde die Branche nicht mehr an die in der Vergangenheit erzielten Steigerungen anknüpfen. "Der Beratermarkt", schreibt Fink, "wäre der erste in der Geschichte, der von der Reifephase wieder in die Wachstumsphase zurückkehren würde."

Der Kampf um den Kunden hält an

Auch in dieser Branche bleibt der Kunde damit König. Das lange Warten vor überbuchten Beraterbüros gehört der Vergangenheit an. Stattdessen legen sich die Consultants nun kräftig ins Zeug, um Unternehmen an ihre Pforten zu locken.

Dazu schnüren vor allem die Großen der Branche ihre Service-Pakete neu. Durch die Übernahme von Managementberatungen wie Price Waterhouse Coopers durch IBM oder Ernst & Young durch Cap Gemini sprengen die IT-Dienstleister die klassischen Grenzen zwischen Beratung, Realisierung und Betrieb. Die Schwergewichte Accenture, Cap Gemini, Gedas und IBM haben sogar eine Studie bei Lünendonk in Auftrag gegeben, um die Chancen eines ganzheitlichen IT-Services in Deutschland auszuloten. "Bei der Auswahl ihrer Dienstleister", weiß Geschäftsführer Thomas Lünendonk, "legen die Führungskräfte in Unternehmen höchsten Wert auf Flexibilität in der Zusammenarbeit, nachgewiesene Referenzen und die Reputation des Anbieters." Damit dem guten Ruf ein klangvoller Name vorausgeht, haben sich viele IT-Consultants viel versprechend in "Business InnovationInnovation & Transformation Partners" umbenannt. Alles zu Innovation auf CIO.de