Karrierepläne

Die exakt falsche Strategie

16. November 2009
Von Klaus Werle und Michael Gatermann
Fast 80 Prozent der Befragten einer Studie sagen, sie richten sich auf härtere Zeiten ein und begraben ihre hochfliegenden Karrierepläne. Das ist grundfalsch. Denn in Krisen wirbeln Unternehmen ihre Führungsebenen durcheinander, was gute Auf- und Umstiegs-Chancen eröffnet.

Im Prinzip war Marc Benders Idee, sich nach dem Abschluss in Business Administration auf die IT-Branche zu konzentrieren, eine kluge Entscheidung. Im Prinzip. Wäre da nicht die Krise gewesen, die gekürzten Investitionen, die gekappten ProjekteProjekte. Also machte sich Bender (32), der keiner ist, der schnell die Flinte ins Korn wirft, als IT-Berater selbstständig. Er arbeitete viel für das Münchener Systemhaus Skytec, bewies Motivationsgeschick und ruhiges Blut im Umgang auch mit schwierigen Kunden. Alles zu Projekte auf CIO.de

Als die Dotcom-Krise vorbei war, wurde sein Einsatz in schwierigen Zeiten belohnt: Skytec übernahm ihn als Projektleiter, wenig später wurde er stellvertretender Abteilungsleiter. Sein Motto - "Jedes Problem kann die größte Chance deines Lebens sein" - hatte sich bewährt.

Das war 2005, und die Flaute, die damals zu Ende ging, wirkt heute beinahe niedlich. Der Führungsnachwuchs ist verunsichert, viele befürchten laut einer Umfrage von PricewaterhouseCoopers einen schweren Karriereknick; fast 80 Prozent der Befragten gaben zu Protokoll, der Wind in den Managementetagen sei rauer geworden. Sie richten sich auf härtere Zeiten ein, begraben ihre hochfliegenden Karrierepläne.

Gefunden im manager magazin
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Foto: manager-magazin.de

Das könnte exakt die falsche Strategie sein. Denn auch die aktuelle Flaute bietet jungen Berufserfahrenen mehr Chancen, sich zu beweisen und zum Auf- oder Umsteigen, als vielen bewusst ist. "In Krisen werden die Führungsebenen durcheinandergewirbelt", sagt Kienbaum-Geschäftsführer Tiemo Kracht.

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