Zulieferer setzen auf Computer-Simulation vor Beginn der Fertigung

Die Fabrik der Zukunft ist digital

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Bevor das Fließband angeworfen wird, ist in Zukunft jeder einzelne Arbeitsschritt am Computer simuliert worden. Das prognostiziert eine Studie des Software-Anbieters UGS. Die Industrie verspricht sich davon, Kosten senken und effizienter planen zu können.

Vorreiter in Sachen digitale Fabrik sind die Automobilhersteller. Ein Fahrzeug besteht aus bis zu 20.000 Komponenten, beim Zusammenbau sind fast ebenso viele Operationen nötig. Weil die Hersteller in diesem komplexen Zusammenspiel ungenutzte Optimierungsmöglichkeiten aufspüren wollten, haben sie als Erste begonnen, geplante Fertigungsabläufe am Computer zu simulieren und den Entwicklungsingenieuren für die elektronische Simulation bereit zu stellen.

Das Konzept macht Schule: Um ihre Vorprodukte für die Technologien der digitalen Fabrik integrierbar zu machen, ziehen die Zulieferer nach. Fast jeder vierte Betrieb (23 Prozent) hat bereits Teillösungen im Einsatz, fünf Prozent davon erklären, solche Lösungen "umfassend" zu nutzen.

Drei von vier Zulieferbetrieben wollen aufrüsten

37 Prozent der Studienteilnehmer nennen das Thema digitale Fabrik als Priorität auf der aktuellen Agenda, weitere 39 Prozent geben an, sich mit diesem Punkt "in naher Zukunft" beschäftigen zu wollen. Mit 24 Prozent sieht allerdings knapp jeder Vierte keinen Bedarf dafür.

Insgesamt 76 Prozent der Unternehmen sehen die Notwendigkeit des Themas digitale Fabrik, bei 37 Prozent ist es aktuell.
Insgesamt 76 Prozent der Unternehmen sehen die Notwendigkeit des Themas digitale Fabrik, bei 37 Prozent ist es aktuell.

Die Autoren der Studie wollten wissen, welche Erwartungen die befragten Unternehmen mit dem Einsatz der Software verknüpfen. An erster Stelle (68 Prozent) geht es darum, die Wettbewerbsposition zu sichern. Gleich dahinter wurde mit 67 Prozent das Ziel Kostenoptimierung genannt.