Karrieretipps

Die Fehler junger Führungskräfte

12. Januar 2011
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Auf der ersten Führungsposition lauern Fallen: Wer etwa Lieblinge pflegt, macht sich schnell Feinde. Karriere-Expertin Yasmine Limberger nennt weitere Fehler.
Yasmine Limberger im Interview mit CIO.de
Yasmine Limberger im Interview mit CIO.de
Foto: Avanade

CIO.de: Frau Limberger, wie sieht ein gelungener Start als junge Führungskraft aus?

Limberger: Besonders gut ist es, wenn die Führungskraft sich durch spezielle Trainings im Unternehmen bereits auf Managementaufgaben vorbereiten konnte und einen fließenden Übergang in die neue Rolle erlebt. Kompetenzen sollten bereits definiert und Verantwortungen klar geregelt sein. In der Realität ist das aber häufig nicht der Fall. Dann muss man sich selbst bewusst werden, dass man seinen Tagesablauf ab sofort neu strukturieren muss, um genügend Zeit für Mitarbeitergespräche und Meetingvorbereitungen einzuplanen. Ganz wichtig ist es auch, den ehemaligen Kollegen in der neuen Position kompetent und vertrauensvoll zu begegnen.

CIO.de: Wie macht man das?

Limberger: Wie bisher auch sollte man den Kollegen respektvoll gegenübertreten. Verändert hat sich die Rolle, nicht aber die Persönlichkeit - das sollen die Mitarbeiter erkennen. Als Chef sollte man auch für die Mitarbeiter da sein, wenn sie ihre Probleme adressieren wollen. Gleichzeitig kann man es aber nicht jedem Recht machen. Da liegt es dann am Chef, das offene Gespräch zu suchen und zu versuchen, einen Kompromiss zu finden.

CIO.de: Was verändert sich noch für einen selbst?

Limberger: Das Management steckt der jungen Führungskraft Ziele, die sie erreichen soll. Auf der anderen Seite stehen die Mitarbeiter. Der Chef muss in zwei Richtungen schauen und die richtige Balance finden.

CIO.de: Wie stellt man das an?

Limberger: Erst einmal verschafft man sich einen Überblick und hört alle Seiten an. Dann definiert man die Baustellen. Beim Umgang mit dem Management rate ich jungen Führungskräften, offen zu kommunizieren und lösungsorientiert vorzugehen. Wer Probleme anspricht, sollte also im gleichen Moment auch Lösungsvorschläge präsentieren.

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