Ideen, Innovationen, Identitätsverlust

Die Geschichte von Microsoft

25. August 2014
Steffen Zellfelder ist freier Diplom-Journalist (FH) aus Bonn. Als Experte für Trends und Themen aus den Bereichen Software, Internet und Zukunftstechnologie konzentriert er sich auf die Schnittstelle zwischen Mensch und IT.
Die Firmengeschichte von Microsoft ist einzigartig, das Unternehmen für die Entwicklung des modernen IT-Zeitalters maßgeblich verantwortlich. Heute, 40 Jahre nach seiner Gründung, verliert der Softwarekonzern jedoch an Bedeutung: Zukunftsweisende Ideen entwickeln jetzt andere.

Knapp 40 Jahre nach seiner Gründung zählt MicrosoftMicrosoft noch immer zu den bedeutendsten IT-Firmen der Welt. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern aus Redmond mit mehr als 125.000 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 78 Milliarden Dollar. Der Konzern betreibt Zweigstellen in mehr als 100 Ländern, elf Standorte gibt es allein in der Bundesrepublik. Dennoch: Der Abstand zu Konkurrenten wie Google und Apple schwindet. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Wer die Geschichte des Softwareriesens nachvollzieht, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Konzern behäbig geworden ist. Das Kerngeschäft besteht noch immer aus dem Vertrieb von Windows und Microsoft Office. Beides Produkte, die das Unternehmen schon seit Jahrzehnten im Angebot hat. Doch wir wollen von vorne beginnen.

Die 70er-Jahre: Technologisch eine andere Welt

Um den Einfluss von Microsoft auf die Gegenwart zu verstehen, hilft ein Blick in die Vergangenheit. Denken wir zurück in die 1970er Jahre. Es gibt bereits Mikrocomputer, aber nur wenige haben von den Transistorkisten schon einmal etwas gehört. Die Technologie ist für den Normalverbrauchter praktisch irrelevant - ohne laientaugliche Betriebssysteme, kompatible Technik oder Anwendungsgebiete fehlt es schlicht am Zugang.

Nerds, wie sie im Buche stehen

Den Microsoft-Gründern Bill Gates und Paul Allen war aber damals schon klar, welches Potenzial in den von der Öffentlichkeit wenig beachteten Computern steckt. Die beiden, seit der Kindheit enge Freunde, kamen dem Klischee von Nerds so nahe, wie es eben geht. Oft schwänzten sie den Unterricht in der prestigeträchtigen Privatschule Lakeside School, um ihre Zeit im Computerraum zu verbringen.

Schon früh einte sie eine Vision: Auf jedem Schreibtisch, ob zu Hause oder in der Arbeit, sollte ein Computer stehen. Ihnen war klar, dass eine Brücke zwischen den damals noch abstrakten Rechenmaschinen und dem Endverbraucher geschlagen werden musste. Wenige Jahre später gaben die beiden ihr Studium auf und widmeten sich ganz ihrer Leidenschaft für Bits und Bytes. Bald sollten sie zu Pionieren auf dem Softwaremarkt werden und Programme entwickeln, die die Welt verändern. Damit fängt die Geschichte von Microsoft an.