Incident Report

Die Gründe für Internetausfälle

06. November 2012
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und seit 2006 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Die EU-Agentur für Internetsicherheit ENISA listet in ihrem Jahresbericht 51 schwere Internetstörfälle auf. Am häufigsten waren mobile Nutzer betroffen.
Die meisten der 51 schweren Störfälle in elf EU-Ländern betrafen mobile Telefonie und mobiles Internet.
Die meisten der 51 schweren Störfälle in elf EU-Ländern betrafen mobile Telefonie und mobiles Internet.
Foto: ENISA

Artikel 13a der EU Telekom-Richtlinie (Directive 2009/140/EC) verpflichtet die EU-Mitgliedsstaaten, der EU-Agentur für Internetsicherheit ENISA über Störungen in der Internetsicherheit zu berichten. Seit kurzem liegt der erste "Annual Incident Reports" vor. Der Bericht fasst 51 schwerwiegende Störfälle der elektronischen Kommunikationsnetze oder -services aus dem Jahr 2011 zusammen und wertet diese aus.

Ausfälle treffen mobile User besonders stark

Jeweils rund 60 Prozent der Störfälle betrafen die Mobiltelefonie und das mobile Internet. Ein Drittel der Störungen wurde bei festen Internetanschlüssen registriert, 22 Prozent bei der Festnetztelefonie. Pro Incident waren im Durchschnitt 400.000 mobile Telefonierer betroffen und 200.000 User des mobilen Internet. Deutlich geringer war die Anzahl der Betroffenen pro Vorfall beim Festnetzinternet (200.000) und beim Festnetztelefon (100.000).

Hautursachen für die Störungen bei der Mobiltelefonie und beim mobilen Internet waren Hardware- oder Softwarefehler. 57 Prozent der Ausfälle sind bei der Mobiltelefonie darauf zurückzuführen, 47 Prozent beim mobilen Internet. Bei der Festnetztelefonie und beim festen Internet waren Hardware- oder Softwarefehler nur für jeweils 18 Prozent der Ausfälle verantwortlich.

Für den hohen Prozentsatz an Incidents durch Hardware- und Softwareprobleme im mobilen Bereich gibt es laut Bericht mehrere Erklärungen. Dies kann an der Komplexität moderner Mobilfunknetze liegen, die ständig steigt, an weniger Redundanz für Business Continuity oder einfach nur an Hardware und Software, die wenig ausgereift und nicht zuverlässig ist.