Sicherheitsrisiko Smart Home

Die Hacker kommen durch den Kühlschrank

21. Januar 2015
Von Thomas Kuhn
Immer mehr Alltagsgeräte bekommen Internet-Zugang. Eine Studie zeigt: Das vernetzte Haus hat teils massive Sicherheitslücken. Sie werden zum Einfallstor für Hacker.

Thomas Hatley lag noch im Bett, als eines Morgens im vergangenen Sommer das Telefon klingelte. "Darf ich das Licht in Ihrem Schlafzimmer einschalten?", fragte die Frau am anderen Ende der Leitung den verblüfftem Hausbesitzer aus dem US-Westküstenstaat Oregon.

Sie heiße Kashmir Hill, erklärte die Dame, rufe aus dem gut 800 Kilometern entfernten San Francisco an und könne die Lampen in Hatleys Haus via Internet steuern. "Und, verflucht, sie konnte es", sagt Hatley, der sich fast in einem Horrorstreifen wähnte.

Eigentlich wollte Hatley das Licht übers Netz schalten, um Einbrecher abzuschrecken. Daher koppelte der Technik-Fan seine Lampen mit der Smart-Home-Box des US-Herstellers Insteon, mit der sich neben der Beleuchtung auch Haushaltsgeräte steuern lassen. Dass das Gerät eine gravierende Sicherheitslücke hatte, machte ihm erst der Anruf von Hill klar, die hauptberuflich nicht als Poltergeist, sondern als Reporterin beim US-Magazin "Forbes" arbeitet.

Branche mit großem Potenzial

"Insteon hatte die Benutzer- und Passwortabfrage nicht aktiviert", sagt Hill. Inzwischen habe der Hersteller die Funktion nachgerüstet, so die Computerspezialistin. Doch bis zum vergangenen Sommer fand sich die entsprechende Empfehlung nur in der Gebrauchsanweisung, moniert Hill: "Und Hand aufs Herz, wer liest die schon?"

Besser wäre es. Denn Smart Homes sind das nächste große Angriffsziel von HackernHackern und anderen digitalen Dunkelmännern. Alles zu Security auf CIO.de

Vorbei die Zeiten, in denen nur PCs und Server sich zum weltumspannenden Web verbanden. Das Internet verlässt die klassischen Rechnerwelten und durchdringt unseren Alltag auf nie gekannte Weise. Die nächste Generation der Vernetzung wird Realität: das Internet der Dinge.

Per App Lampen zu steuern ist nur eine von immer mehr Optionen. Schon öffnen sich Rollladen, sobald die Sonne aufgeht; die Uhrzeit liefert das Web. Thermometer lernen, wann die Bewohner zu Hause sind - und regeln die Heizung. Bewegungsmelder warnen übers Handy, wenn sich daheim Ungewöhnliches tut. Fenster und Türen schicken SMS, wenn jemand sie öffnet.