Leitmesse wächst wieder

Die IT-Branche gibt sich vor der CeBIT zuversichtlich

28. Januar 2015
Die CeBIT-Veranstalter schwelgen schon vor dem Start der weltgrößten Computermesse in Superlativen. Aus dem Partnerland China kommt ein Rekordkontingent. Der Branche geht es so gut wie seit langem nicht.

Sechs Wochen vor dem Start der Computermesse CeBIT (16.-20. März) gibt sich die Branche zuversichtlich. "So gut wie im letzten Halbjahr ging es der Branche schon lange nicht mehr", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf am Mittwoch in Hannover. Wachstumstreiber seien Services und Software, so der Chef des IT-Branchenverbands.

"Wir haben große Zuversicht quer über die Branche hinweg zum Jahresauftakt." 68 Prozent der Firmen gehen von einer steigenden Zahl der Vollzeit-Stellen aus. Kempf: "Wir werden unserer Rolle als Job-Motor auch im Jahr 2015 gerecht werden." Allerdings bremse der FachkräftemangelFachkräftemangel die Branche aus. Alles zu Fachkräftemangel auf CIO.de

Eröffnungs-Pressekonferenz mit Oliver Frese, CeBIT-Vorstand der Deutsche Messe (m.) und Professor Dieter Kempf, Bitkom-Präsident (l.)
Eröffnungs-Pressekonferenz mit Oliver Frese, CeBIT-Vorstand der Deutsche Messe (m.) und Professor Dieter Kempf, Bitkom-Präsident (l.)
Foto: Deutsche Messe

Mehr als 600 Firmen aus dem diesjährigen Partnerland China werden auf 13.000 Quadratmetern auf der Leistungsschau für IT und Digitalisierung ihre Neuheiten ausstellen - ein neuer Rekord, wie Chinas Botschafter Mingde Shi betonte. Die bilateralen Beziehungen seien so gut wie nie zuvor. "Wir stehen für Innovationen - nicht nur 'made in China', sondern auch 'created in China'." Die Digitalisierung verändere auf beispiellose Weise die Art, wie die Menschen leben und arbeiten.

"China wird das wichtigste und stärkste Partnerland aller Zeiten sein", sagte der für die CeBIT zuständige Vorstand der Deutschen Messe AG, Oliver Frese. Zur Eröffnung wird neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch der Gründer des chinesischen Internet-Konzerns Alibaba, Jack Ma, erwartet. China ist einer der weltweit am stärksten wachsenden Märkte im Bereich Informationstechnik und Telekommunikation.

Oliver Frese, CeBIT-Vorstand der Deutsche Messe
Oliver Frese, CeBIT-Vorstand der Deutsche Messe
Foto: Deutsche Messe

Diesjähriges Messemotto ist das Kunstwort "d!conomy"; es soll als übergeordnetes Thema andeuten, wie stark sich digitale Trend-Technologien wie Social MediaSocial Media, Cloud ComputingCloud Computing oder Datensicherheit miteinander verzahnen. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de Alles zu Social Media auf CIO.de

"Die CeBIT wird zur Heimat des Internets der Dinge werden", sagte Frese mit Blick auf den rasanten Einzug der IT in alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft. Diese Durchdringung soll im Zentrum der CeBIT stehen. "Jeder, der in einem Unternehmen Verantwortung trägt, muss die Chancen und grundlegenden Veränderungen des Internets der Dinge verstehen, weil es alle Branchen betrifft."

Mit der im Vorjahr eingeleiteten Neuausrichtung der CeBIT als Business-Messe hätten die Veranstalter den Nerv der Branche getroffen, sagte Frese. "Im vergangen Jahr hat eine neue Zeitrechnung für uns begonnen." Unternehmen wie Minolta und Alcatel-Lucent seien wieder zurückgekehrt. Erstmals dabei sein werde der amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla.

Das neue Konzept habe sich für die Messe ausgezahlt. In diesem Jahr werde die CeBIT wieder wachsen, sowohl was die Fläche als auch die Zahl der Aussteller angehe. Das Einzigartige an der CeBIT sei, dass sie die gesamte Bandbreite der Digitalisierung sichtbar mache und nicht wie andere Messen Produkte in den Vordergrund stelle. "Nur die CeBIT kann heute einen ganzheitlichen Überblick über die digitale Wertschöpfungskette ermöglichen."

Auf der CeBIT soll es für den Mittelstand und kleinere Startups Möglichkeiten für Kooperationen geben. Beibehalten werden soll die im Vorjahr erfolgreich eingeführte Vortragsserie mit prominenten Vertretern der Branche. "Wir werden auf der CeBIT eine sehr kreative und geschäftstüchtige Atmosphäre erleben", sagte Frese. "Möglicherweise ist ja auch das nächste große Ding dabei." (dpa/tc)

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