Flexible Arbeitsmodelle sind umstritten

Die Jobwelt der Zukunft: Spaß contra Einsamkeit

30. Januar 2008
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Zu Hause, im Büro, in Bahn und Flugzeug: Der Trend geht unbestritten zum multi-mobilen Arbeitsplatz. Das ist gut, weil flexibel - und gleichzeitig schlecht für die Karriere, wie vier von zehn Arbeitnehmern befürchten. Und manch einer fühlt sich gar einsam. Das geht aus einer Studie von Johnson Controls hervor.
Studienleiterin Dr. Marie Puybaraud, Director Facilities Innovation bei Johnson Controls Global Workplace Solution
Studienleiterin Dr. Marie Puybaraud, Director Facilities Innovation bei Johnson Controls Global Workplace Solution

Die Entwicklung ist eindeutig: 70 Prozent der Befragten geben an, flexibles Arbeiten liege im Trend. Und das ist für sechs von zehn Studienteilnehmern nicht bloß blanke Theorie, stufen sie sich mit einer Kombination aus Büro-, Heim- und Telearbeit doch selbst als Multi-Mobility-Worker ein.

Das Büro ist dennoch unverzichtbar. 86 Prozent sehen dort den wichtigsten Ort für Meetings, den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit mit den Kollegen. Das scheint auch nötig, geben immerhin 45 Prozent der Tele-Arbeiter zu, sich durch die räumliche Trennung von den Kollegen einsam zu fühlen.

Die Einschätzungen sind in diesem Punkt widersprüchlich. So erklären zwei Drittel der Befragten, die Beziehung zum Chef habe sich durch flexibles Arbeiten verbessert - andererseits beklagen 30 Prozent, ihr Vorgesetzter könne die außerbetriebliche Arbeitsumgebung und ihre Arbeitsweise nicht einschätzen. 40 Prozent der Heimarbeiter glauben denn auch, dass ihre Chancen auf Beförderung sinken. Zugleich versichern aber 70 Prozent der Befragten, sie könnten sich vorstellen, überall zu arbeiten.

Mehr als siebzig Prozent der flexiblen Mitarbeiter führen jedoch an, ihnen fehlten Unterstützung und Support. Und wie das Problem der IT-Sicherheit zu lösen sein soll, wird in der Studie nicht behandelt.

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