Karriere und Berufswahl

Die Körpergröße bestimmt das Gehalt

01. Juni 2010
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Je Zentimeter Körpergröße erhöht sich der Nettostundenlohn eines Mannes in Deutschland um durchschnittlich 0,74 Prozent. Eine Diplomarbeit belegt den Zusammenhang zwischen Körpergröße und Lohnhöhe.
Zwischen Körpergröße und Lohn besteht ein Zusammenhang.
Zwischen Körpergröße und Lohn besteht ein Zusammenhang.
Foto: MEV Verlag

Zahlreiche Studien belegen einen ökonomisch bedeutenden Zusammenhang zwischen der Körpergröße eines Menschen und dessen erzielter Lohnhöhe. 90 Prozent der Vorstandsvorsitzenden der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt ("Fortune Global 500") und 88 Prozent der US-Präsidenten waren überdurchschnittlich groß. In den letzten 13 Wahlgängen hat der größere Bewerber in zehn Fällen auch die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten gewonnen.

Auch in Europa gibt es Beispiele dafür, dass Körpergröße die Lohnhöhe beeinflusst. In Großbritannien ist der Netto-Wochenverdienst einer um 20 Zentimeter größeren Person durchschnittlich um etwa 20 Prozent höher als die einer kleineren, heißt es in der Publikation "Wirtschaft und Statistik" des Statistischen Bundesamts.

An der Ludwig-Maximilians-Universität München hat Volkswirtschaftsstudent Fabian Spanhel seine Diplomarbeit über den "Einfluss der Körpergröße auf Lohnhöhe und Berufswahl: Aktueller Forschungsstand und neue Ergebnisse auf Basis des Mikrozensus" geschrieben. Anhand des Mikrozensus (größte jährliche Haushaltsbefragung in Europa) 2005 weist Spanhel nach, dass in Deutschland ein Zusammenhang zwischen Körpergröße und Lohnhöhe besteht.

Je Zentimeter Körpergröße erhöht sich der Nettostundenlohn von Männern um 0,74 Prozent. Bei Frauen sind es 0,67 Prozent. Bei diesen Rechnungen hatte Spanhel nur Alter und Arbeitszeit berücksichtigt. Wenn auch Bildung und Beruf mit einbezogen werden, verringere sich die Lohnerhöhung um 40 Prozent, heißt es. Aber auch dann ist der Einfluss weiterhin da.

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