Gartner: Gestärkte CIOs lassen die Margen der Anbieter schrumpfen

Die kommende Macht des Software-Einkäufers

20. Dezember 2007
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Open Source, Business Process Outsourcing und die neuen Märkte Indien und China - Software-Anbieter geraten in den kommenden zehn Jahren mächtig unter Druck, so die Analysten von Gartner. Und das heißt umgekehrt: CIOs und Einkäufer können deutlich härter verhandeln. Sieben Trends machen diese Entwicklung deutlich.
CIOs und Software-Einkäufer können künftig die Macht des Nachfragers ausspielen.
CIOs und Software-Einkäufer können künftig die Macht des Nachfragers ausspielen.
Foto: MEV Verlag

Gartners Research Vice President William Snyder drückt sich formaler aus: Anbieter sollten "realistischere Margen" einkalkulieren, sagt er. Dahinter steht ein deutlicher Umschwung im Machtgefüge zugunsten des Käufers. Konkret geht es um folgende Punkte:

  • Die Zunahme von Business Process Outsourcing (BPO): Der BPO-Markt ist das Segment mit dem weltweit stärksten Wachstum. In Zahlen: Hatte dieser Teilmarkt 2006 noch ein Volumen von 144 Milliarden US-Dollar umfasst, wird er 2011 etwa 235 Milliarden erreichen. Dabei umgehen viele Anbieter die Produkte der großen Konzerne und schmälern damit deren Umsätze. Und die, die doch bei den Dickschiffen kaufen, können es sich jetzt schon leisten, bessere Konditionen auszuhandeln als ein normaler CIO.

  • Die steigende Nachfrage nach Software as a Service (SaaS): 2011 wird SaaS ein Viertel der gesamten neuen Business Software stellen, so Gartner. Obwohl der Wechsel von einem SaaS-Provider zum Anderen weder einfach noch kostenfrei zu haben ist, dürfte der Wettbewerb Auftrieb bekommen - und die Margen einen Dämpfer.

  • Die Kombination von niedrig-preisigen Entwicklungsmöglichkeiten und modularen Architekturen: Das Aufkommen service-orientierter Architekturen und die Möglichkeit, in kostengünstigen Ländern wie Indien oder China produzieren zu lassen, eröffnen CIOs alternative Chancen. So wird ein Entscheider dort zwar keine komplette Anwendung entwickeln lassen, aber er kann kleinere Add on-Module zum Niedrigpreis beziehen.

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