SAP-Vorstand Jim Hagemann Snabe

"Die Kommunikation zu Enterprise Support war nicht glücklich"

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Im Interview bezieht SAP-Entwicklungsvorstand Jim Hagemann Snabe Stellung zur Kritik der Anwender. Über Messung des Anwendungssupports, Wertbeitrag eines Release-Wechsels und die Zukunft von SAP.

Unlängst hatte die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) klar Stellung bezogen und die Komplexität der ERP-Lösung sowie die Wartungskonzepte (Stichwort: "Enterprise Support") kritisiert. Mit einigen Kritikpunkten der ERP-Nutzer wurde SAP-Entwicklungsvorstand Jim Hagemann Snabe konfrontiert.

Wie hilft SAP den IT-Verantwortlichen in den Unternehmen, nachzuweisen, dass Release-Wechsel einen Wertbeitrag bedeuten?

HAGEMANN SNABE: Ich möchte an dieser Stelle auf einen Ihrer Artikel verweisen, der Anfang August online erschienen ist (Was bietet SAP ERP für R/3-Umsteiger, Anm. der Red.). Unsere Botschaft ist klar: Mit der Einführung und Nutzung von SAP ERP machen unsere Kunden sozusagen einen Quantensprung in Sachen Unterstützung von Geschäftsprozessen. Allein der technische Unterbau SAP Netweaver macht es möglich, alle Geschäftsprozesse durchgängig abzubilden - ohne jegliche Medienbrüche. SAP ERP ist die Grundvoraussetzung, um dann nach und nach auf die komplette SAP Business Suite zu setzen. Hier verfolgen wir unser neues Konzept, dass die Prozesse des Kunden im Vordergrund stehen und nicht das traditionelle Silodenken in Applikationen wie CRMCRM, SCM, SRM, PLM etc. Alles zu CRM auf CIO.de

Hinzu kommen unsere Erweiterungspakete für die komplette SAP Business Suite. Unsere Kunden können Neuerungen einspielen, die sie benötigen, ohne den komplizierten Upgrade-Prozess zu durchlaufen, wie er noch bei einem R/3-System vonnöten war beziehungsweise ist. Das senkt immens die Wartungskosten des Systems. Und vor allem: Unsere Kunden sind mit diesem innovativen Ansatz in der Lage, sehr schnell auf sich verändernde Marktgegebenheiten zu reagieren. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil in Zeiten wie diesen.

Welche Maßnahmen hat SAP ergriffen, damit Kunden die Weiterentwicklung der Software zu ihren Gunsten beeinflussen können?

HAGEMANN SNABE: Hier möchte ich unsere neu ins Leben gerufene Customer Engagement Initiative (CEI) nennen. Auch in der Vergangenheit haben wir bereits eng mit Kunden zusammengearbeitet, wenn es um Feedback und Anforderungen an geplante neue Entwicklungen ging. Die CEI stellt nun einen strukturierten Prozess zur frühzeitigen und umfassenden Einbindung von Kunden in den Entwicklungsprozess zur Verfügung, an dem die DSAG und ihre Mitglieder sehr aktiv beteiligt sind. Der Vorteil für beide Parteien liegt klar auf der Hand: Unsere Kunden werden so in die Lage versetzt, uns in einem sehr frühen Stadium der Produktentwicklung Rückmeldung sowohl zu Produktideen als auch zu geplanten Spezifikationen zu geben.

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