Management: Triebfedern des Scheiterns

Die Logik des Misslingens

06. August 2009
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Wer mit kritischer Technologie arbeitet, darf nicht nur aus Prozessbüchern und Audits lernen. Peer Steinbrücks ehemaliger Büroleiter Olaf Hinz coacht heute Führungskräfte und plädiert für mehr Führung und eine weniger starke Fixierung auf technische Prozesse.

Der Hamburger Führungskräfte-Coach Olaf Hinz hat im Zuge der aktuellen Diskussionen nach dem jüngsten Ausfall des Kernkraftwerks Krümmel eine interessante These aufgestellt. Hinz, der seit Jahren Organisationen mit kritischer Technologie wie Energieversorger, Flugzeughersteller oder wehrtechnische Unternehmen berät, sagt: Achtsamkeit im Umgang mit Kerntechnik oder Explosivstoffen erreicht man nicht durch Prozesshandbücher und Audits. Diese hält er nur für eine notwendige Bedingung. Hinz fordert ein Lernen aus Fehlern, das die Logik des Misslingens durchbricht.

Der ehemalige Büroleiter von Peer Steerbrück definiert vier Triebfedern dieser Logik des Misslingens:

  • Magische Hypothesen à la "Das kann nur so funktionieren, das kann gar nicht anders sein!"

  • Vorgeprägte Einstellungen: Es werden beispielsweise nur Themen bearbeitet, die man sowieso schon kennt.

  • Die Zentralidee: Sie nimmt an, dass alles von einer zentralen Variable abhängt.

  • Generalisierung lokaler Erfahrung: "Wir haben das doch schon mit Erfolg gemacht!"

Hinz plädiert für ein achtsames Management, um diese Logik des Misslingens zu durchbrechen. Denn wer als Führungskraft achtsam ist, der verzeichnet in der Theorie von Hinz auch weniger Missgeschicke und Unfälle. Der Coach macht folgende Kennzeichen einer achtsamen FührungFührung aus:
- die Konzentration auf Fehler
- die Abneigung gegen vereinfachende Interpretationen
- die Sensibilität für betriebliche Abläufe
- das Streben nach Flexibilität und den Respekt vor fachlichem Wissen und Können. Alles zu Führung auf CIO.de

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