Techniktrends des Jahres 2005

Die Modelle für eine bessere Zukunft

02. Dezember 2004
Von Andreas Schmitz
Die Budgets steigen leicht - und schon haben IT-Manager wieder Luft für neue Projekte. Im Visier der CIOs 2005 sind die Sicherheit von Unternehmensnetzen, flexible Architekturen, mobile Anwendungen von WLAN bis UMTS und On-Demand-Technologien.

CIOs drehen ihren Fokus: Nicht Cost Cutting stehe künftig im Vordergrund, sondern Umsatzsteigerungen und Wachstum, so die Beobachtung von Gartner. Für 2005 erwartet das US-amerikanische Beratungshaus weltweite Wachstumsraten im IT-BudgetIT-Budget von etwa fünf Prozent, die britischen Marktforscher von Forrester prognostizieren allein für den US-Markt gar einen Zuwachs von sieben Prozent, und die hiesige IT-Branche soll 2005 nach Angaben des IT-Branchenverbandes Bitkom um 3,4 Prozent zulegen, was auf die Entwicklung des IT-Budgets schließen lässt. „In Deutschland wird es 2005 einen leichten Zuwachs im IT-Budget geben“, sagt Meta-Group-Analyst Peter O’Neill, „das macht neue Projekte möglich – für mehr Effizienz, Systemverfügbarkeit an 24 Stunden von Montag bis Sonntag und On-Demand-Technologien.“ Alles zu IT-Budget auf CIO.de

Rebound-Effekt in den USA

Walter Brenner, Institut für Informationsmanagement, Uni St. Gallen
Walter Brenner, Institut für Informationsmanagement, Uni St. Gallen

Nach Angaben des Forrester-Analysten Andrew Parker sind Zeichen der Entspannung allerdings erst deutlich in den USA zu spüren. „Vor wenigen Jahren gab es eine gewaltige Welle in Richtung IT-Zentralisierung – seit Juli 2004 setzt der Rebound-Effekt ein und Unternehmen dezentralisieren wieder. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen“, sagt der Analyst, der diesen Strategiewechsel als Indiz für eine Erholung ansieht. „Wegen des noch immer schwierigen wirtschaftlichen Umfelds“ ist Parker jedoch nicht überzeugt, dass Ähnliches in Deutschland passieren wird. Gedämpft ist seine Erwartung auch für das hiesige IT-Budget: Während die ITAusgaben in Europa ein Comeback erlebten, hielten sich in Deutschland Unternehmen, die mehr, und jene, die weniger IT-Budget im Vergleich zu 2004 zur Verfügung hätten, die Waage. Insgesamt lässt sich also ein leichter Aufwärtstrend ausmachen – mit positiven Auswirkungen auf Technikinvestitionen.

Oliver Höß, Leiter Marktstrategieentwicklung, Fraunhofer IAO
Oliver Höß, Leiter Marktstrategieentwicklung, Fraunhofer IAO

Beispiel Sicherheit: Hier prognostiziert die Meta Group Wachstumsraten von 14 bis 15 Prozent. Unternehmen stocken zudem ihre Abteilungen mit geeignetem Personal auf. „Weltweit rechnen wir mit einem personellen Zuwachs von 35 bis 50 Prozent“, so O’Neill, „es wird Spezialisten wie Data Protection Officers geben, die Sicherheit planen sowie Schulungen innerhalb der Firma für die Mitarbeiter machen.“ Auch Walter BrennerWalter Brenner, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Informationsmanagement an der Universität St. Gallen, sieht in Sicherheitsfragen das beherrschende Thema 2005. Aus zweierlei Gründen: „Sicherheit im Sinne der Beherrschung der operativen Risiken wurde bislang technisch gesehen, nun etabliert es sich im Management – etwa durch staatliche Restriktionen wie Sabanes-Oxley oder Basel II. Zudem hat das Wachstum im E-Commerce-Bereich nachgelassen, weil das Vertrauen in sichere Transaktionen nicht da ist“, so Brenner. „An der Schnittstelle zum Kunden wird Sicherheit forciert werden.“ Profil von Walter Brenner im CIO-Netzwerk

Peter O’Neill, Analyst, Meta Group, München
Peter O’Neill, Analyst, Meta Group, München

Auswirkungen auf die Sicherheit erwartet Thomas Mendel, Forrester- Analyst, wie Brenner durch staatliche Regulierungen. „Durch Sabanes-Oxley werden Geschäftsführer und Vorstände für Verfehlungen herangezogen, sofern beispielsweise jemand unbefugt Zugang zu vertraulichen Akten bekam“, so Mendel, der eine ähnliche Entwicklung für Europa erwartet. Investitionen für Sicherheit in der Authentifizierung und Identifizierung seien programmiert.

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