Wie Millennials arbeiten

Die neue Diktatur der Offenheit

26. Oktober 2010
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Sinnvolle Arbeit zählt mehr als Geld, Schutz der Privatsphäre ist altmodisch – das hat der Pew Charitable Trust über die Generation Y herausgefunden.
Joschka Fischer
Joschka Fischer

Bequemlichkeit, Provokation oder gar die Vorwegnahme des Clash of culture in der Arbeitswelt? Am 12.12.1985 ließ sich Grünen-Politiker Joschka Fischer vereidigen - in Jeans und Turnschuhen. Manager, die darüber heute noch den Kopf schütteln, sollten schnell umdenken: Die sogenannten Millennials, nach 1980 Geborene, bringen noch ganz anderen Wind ins Business. Das behauptet zumindest der US-amerikanische Pew Charitable Trust.

Die US-amerikanische Denkfabrik hat 895 junge Menschen nach ihrer Haltung zum Arbeitsleben befragt. Außerdem äußern sich 371 Experten. Zugespitzt lautet das Fazit wie folgt: Auf Hierarchien pfeifen Millennials, peinlich ist ihnen überhaupt nichts, und Geld macht sie nicht glücklich. Dafür ist Kommunikation alles.

Arbeiten heißt für die jungen Leute vor allem, etwas Sinnvolles zu tun, statt nur den Lebensunterhalt zu verdienen. Damit hängt auch ihre Ablehnung formaler Hierarchien zusammen: Wer seine Ideen einbringt, will mit Führungskräften auf Augenhöhe sprechen.

Formalia sind Millennials - wahlweise als Generation Y bezeichnet - ohnehin nicht wichtig. Berufliches und Privates trennen sie kaum. Das heißt: Während sie am Schreibtisch sitzen und eine wichtige Präsentation vorbereiten, chatten sie nebenbei mit ihren Freunden. Und wenn heute Karriereberater vor peinlichen Party-Fotos im Web warnen, sieht der Nachwuchs darin überhaupt kein Problem.