Sturm, Hitze, Frost und die Technik

Die Pannen bei der Bahn

13. August 2013
Die Bahn hat oft mit Pannen im Zugverkehr zu kämpfen - nicht nur in Mainz. Ein Rückblick.

August 2013: Seit Anfang des Monats gibt es Zugausfälle und Umleitungen in Mainz, weil knapp die Hälfte der Fahrdienstleiter im Stellwerk krank oder in Urlaub ist.

August 2013: Wegen neuer Bauprobleme am Berliner Hauptbahnhof fallen in einigen Tagen Züge aus oder werden umgeleitet. Bei Kontrollen waren Unregelmäßigkeiten an einem Lager der komplizierten Dachkonstruktion aufgefallen. 2007 fiel während eines Orkans ein Stahlriegel aus der Fassade des Bahnhofs. 2012 wurde bekannt, dass die Gleiskonstruktionen für 25 Millionen Euro saniert werden müssen.

August 2013: Eine schwere Unwetterfront behindert massiv den Bahnverkehr. Bundesweit sind rund 2400 Züge verspätet oder kommen gar nicht ans Ziel, weil umgestürzte Bäume viele Strecken blockieren. Hunderttausend Reisende sind betroffen.

Juni 2013: Aufgrund des Hochwassers fallen bundesweit etwa 1000 Zugfahrten komplett und weitere 5000 auf Teilstrecken aus. Die vom Hochwasser verursachten Verspätungen summieren sich auf etwa 250 000 Minuten. Die Flutschäden im Unternehmen beziffert Bahnchef Rüdiger Grube auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag.

März 2013: Ein Problem im Stellwerk legt stundenlang den Magdeburger Hauptbahnhof lahm. Nach Schäden am Daten- und Telefonnetz werden Züge über sogenannte Notbedienplätze in Magdeburg gesteuert und nicht wie sonst über die Zentrale in Leipzig.

Dezember 2011: Ein Stromausfall in einem Stellwerk legt in Berlin den S-Bahnverkehr mehr als zwei Stunden lang lahm, Tausende Fahrgäste sitzen fest. Zudem fehlen der S-Bahn kurz vor Weihnachten Fahrer. Weil zu viele Kollegen krank sind und es keinen ausreichenden Reserve-Pool gibt, fallen zahlreiche Züge aus.

Dezember 2010: Mehrere Strecken werden gesperrt, weil Schnee und Eis Weichen blockieren. An Heiligabend legen vereiste Oberleitungen und umgestürzte Bäume den Zugverkehr auf Hauptrouten lahm. Tausende warten stundenlang in überfüllten Zügen - bei Frost und im Dunkeln.

Juli 2010: Während einer Hitzewelle fallen binnen weniger Tage Klimaanlagen in gut 50 Fernzügen aus - teils komplett, teils in einzelnen Wagen. In einem ICE kollabieren mehrere Schüler. Bis September erhalten rund 27 000 Bahnkunden Entschädigungen im Wert von insgesamt knapp vier Millionen Euro. Auch 2011 und 2012 fallen im Hochsommer in mehreren ICE-Zügen die Klimaanlagen aus.

Mai 2009: Der Bruch einer Radscheibe an einem Zug stürzt Berlins S-Bahn in eine lange und tiefe Krise. Probleme mit Rädern und Achsen, versäumte Wartungen an Bremsen und Missmanagement kommen ans Licht. Der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn weist den Verdacht zurück, die S-Bahn sei für den geplanten Börsengang der Bahn "kaputtgespart" worden. (dpa/rs)

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