CIO-Karriere

Die schrägsten Fragen in Bewerbungsgesprächen

17.10.2013
Von Nicolas Zeitler
Wer sich als CIO bewirbt, sollte wissen, welcher Superheld er gern wäre - und wie eine Computer-Maus funktioniert.

Manche Personaler scheinen wahre Scherzkekse zu sein. Meridith Levinson von unserer amerikanischen Schwesterpublikation CIO.com hat sich umgehört, welche ungewöhnlichen Fragen sie für Bewerber auf Lager haben.

Welcher Superheld wären Sie gern?

Simon Stapleton, bei einer nicht näher genannten britischen Versicherung zuständig für Innovationen, wurde diese Frage einmal gestellt. Er war völlig baff und verstand den Sinn der Frage nicht. Weil ihm auf die Schnelle nichts anderes einfiel, antwortete er: Superman. Begründung: Dann könne er sofort an jedem Ort der Erde sein, an den er sich wünsche. Offenbar reichte die wenig originelle Antwort aus, denn Stapleton bekam die Stelle.

Wenn Sie eine Packung Cerealien in einem langen Supermarkt-Regal wären, warum sollte ich gerade Sie in den Einkaufswagen packen?

Der IT-Berater und frühere CIO George Tomko konnte nur mit den Augen rollen, als ihm ein Personaler diese Frage stellte. Er verstand, dass es darum ging, herauszufinden, was ihn einzigartig mache. Tomko hatte darauf eine Antwort, er hätte sich nur gewünscht, der Gegenüber hätte die Frage weniger blumig formuliert.

Wenn Sie eine IP-Adresse wären, dann welche?

Auch mit dieser Frage musste Simon Stapleton einst kämpfen. An seine genaue Antwort kann er sich nicht mehr erinnern. Nur noch daran, gesagt zu haben, dass er nicht die IP-Adresse seines eigenen Rechners sein wolle. Wahrscheinlich habe man ihm die Frage gestellt, um herauszufinden, ob er sich technisch mit IP-Adressen auskenne, mutmaßt der Versicherungsmann.

Wie würden Sie Ihre Zeit nutzen, wenn Sie kein Geld verdienen müssten?

Brian Nettles, Chef über die IT-Systeme beim Immobilien-Dienstleister CB Richard Ellis, will mit dieser Frage die privaten Interessen seiner Bewerber herausfinden. Antwortet einer, er würde dann sicher nicht in der IT arbeiten, kegelt er sich damit selbst aus dem Rennen. Denn das, so Nettles, sei ein Beleg für wenig Leidenschaft für den eigenen Beruf.

Wie funktioniert eine Computer-Maus?

Simon Stapleton musste das tatsächlich einmal einem Personaler erklären, als er sich für eine Stelle im IT-Management bewarb. Der Gesprächspartner habe wohl wissen wollen, ob er einem Laien technische Dinge erklären könne. Er beantwortete die Frage sehr simpel: "Die Bewegung der Maus erzeugt elektrische Signale, die werden zum Rechner übertragen, und der versteht, in welche Richtung er den Zeiger bewegen muss."

Dass ein CIO in spe allzu oft mit derartigen Fragen konfrontiert wird, ist allerdings nicht allzu wahrscheinlich, wie Meridith Levinson herausfand. Viele Personalmanager, die IT-Fachkräfte einstellen, gaben zu, meist Standard-Fragen zu stellen.

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