Strategien


Geschäftsmodelle und Prozesse

Die Top 10 Trends 2015 von Gartner

14. Oktober 2014
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Traditionelle Business-Jobs werden durch Digital Worker ersetzt. Gartner stellt zehn Prognosen für IT-Organisationen und Anwender für die kommenden Jahre vor.

Das Zusammenspiel von Mensch und Maschine stellt der Marktforscher Gartner in den Mittelpunkt von zehn AussagenAussagen über das Jahr 2015 und darüber hinaus. Glaubt man Daryl Plummer, Vice President und Distinguished Analyst, erhalten Roboter immer menschenähnlichere Züge. Die zehn Prognosen beziehen sich nicht nur im engen Sinne auf die Arbeitswelt, sondern auch auf das Alltagsleben. Alles zu IT Trends auf CIO.de

Die zehn Punkte sind folgende:

1. 2018 braucht die digitalisierte Arbeitswelt 50 Prozent weniger klassische Geschäftsprozess-Experten und dafür 500 Prozent mehr Kandidaten für digitale Schlüsselpositionen. Zuerst kommt die Krise: Ende 2016 werden viele Unternehmen Marktanteile verloren haben, weil ihnen Skills für die digitale Transformation fehlen. Etwa zwei Jahre später dann haben sich die Kräfteverhältnisse zugunsten der Digital Worker so sehr verschoben, dass Expertise in herkömmlichem Business Process wenig gefragt ist.

Gartner glaubt, dass bereits in wenigen Jahren Kühlschränke eigenständig neues Gemüse bestellen. Drohnen liefern die Ware an die Haustür.

2. 2017 basieren neue Geschäftsmodelle vor allem auf Computer-Algorithmen. Aus der Kombination digitaler Märkte mit physischer Logistik erwachsen bereits jetzt die erfolgreichsten Geschäftsmodelle, die traditionellen Unternehmen Marktanteile wegnehmen. Konkrete Beispiele dafür sind Uber und Airbnb. Solche Dienste bringen das traditionelle Taxi- und Hotelgewerbe unter Zugzwang. Weil diese Felder stark reguliert sind, brauchen innovative neue Anbieter Advanced Analytics. Die pfiffige Idee alleine nützt nichts mehr.

3. Intelligente Maschinen und industrialisierte Services werden die Total Costs of Ownership geschäftlicher Abläufe bis 2018 um 30 Prozent senken. Intelligente Maschinen werden den Menschen nie komplett ersetzen können. Aber: Derzeit gilt das Paradigma "Labor-driven, technology-enabled" - noch. Künftig wird gelten "digital-driven, human-enabled." Roboter und Maschinen werden immer mehr Arbeit erledigen können, nicht nur in der Fabrik. Gartner rechnet aus, dass die Kosten pro betrieblichem Ablauf um bis zu 30 Prozent sinken können.

4. Bis 2020 steigern Wearable Devices zu Gesundheitsfragen die Lebenserwartung in den Industrienationen um weitere sechs Monate. Ein intelligentes Armband, das den Puls misst und die Körpertemperatur kontrolliert - solche tragbaren Geräte sorgen dafür, dass die Lebenserwartung in den Industrienationen um weitere sechs Monate steigt. Schon 2017 werden solche Geräte die Kosten für Diabetes um ein Zehntel gesenkt haben.

5. Ende 2016 kaufen mobile digitale Assistenten für mehr als zwei Milliarden US-Dollar online ein. Name, Adresse, Kreditkartennummer - solche Felder können beim Online-Shopping vom mobilen digitalen Assistenten ausgefüllt werden, das muss der Mensch nicht selbst machen. Künftig werden diese Assistenten auch komplexere Vorgänge erledigen, etwa zum Ferienende selbstständig Schulranzen, Stifte und Hefte bestellen. Außerdem können sie zum Geburtstag der Liebsten Kinokarten bestellen, einen Tisch im Restaurant für das anschließende Dinner reservieren und dafür sorgen, dass das Taxi rechtzeitig da ist.

6. Die Hälfte des digitalen Handels wird in den USA 2017 mobil ablaufen. Für künftige Generationen wird es alltäglich sein, Waren und Dienstleistungen via Smartphone oder Tablet zu bestellen. Weil die Hersteller kontinuierlich daran arbeiten, die Sicherheit beim Mobile Payment zu verbessern, erreicht Mobile Commerce zumindest in den USA schon 2017 die 50-Prozent-Marke beim gesamten digitalen HandelHandel. Top-Firmen der Branche Handel

7. Erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle basieren 2017 zu 70 Prozent auf vorsätzlich instabilen Prozessen. Die Schlagworte von den sich schnell verändernden Märkten, dem launischen Konsumentenverhalten und den ständig notwendigen Innovationen bergen eine Kehrseite: umzusetzen sind sie nur mit vorsätzlich instabilen Prozessen.

Diese Prozesse bringen - eben wegen ihrer Agilität - Wettbewerbsvorteile und sind von der Konkurrenz schwer zu kopieren. Welche Nachteile oder auch "Herausforderungen" das für IT-Entscheider bedeutet, verrät Gartner in der Prognose nicht.

8. Die Hälfte der Investitionen in Produkte bezieht sich 2017 auf Kundenerfahrungen mit bisherigen Produkten. Markentreue nimmt ab, seit die Konsumenten im Internet Preise und Konditionen vergleichen, Produkte bewerten und Erfahrungen austauschen. Das Feedback der Kunden fließt künftig stärker als bisher in die Investitionen in neue - oder veränderte - Angebote ein. Marktführerschaften gelten für immer kürzere Fristen.

9. Fast jeder fünfte Anbieter dauerhafter Güter stellt 2017 mit 3D-Druck personalisierte Waren her. Gartner geht davon aus, dass sich 90 Prozent solcher Anbieter schon im kommenden Jahr nach passenden Partnern für 3D-Druck umsehen. Immer stärker fragen die Konsumenten Änderungen an bestimmten Produkten nach. Je früher Hersteller das Potenzial personalisierter Güter erkennen, umso besser können sie sich positionieren.

10. 2020 steigern Händler, die ihre Zielgruppenansprache mittels IPS (Internal Positioning Systems) verbessern, ihre Absätze um fünf Prozent. Werbung auf mobilen Endgeräten und Advanced Analytics zum besseren Kundenverständnis nutzt der Handel bereits. Dabei spielt es eine Rolle, was ein Kunde bisher gekauft hat, wo er wohnt und welche Interessen er pflegt.

Inmitten all dieser Daten muss der Händler verstehen, wo sich der Kunde in seinem Geschäft gerade aufhält. IPS (Internal Positioning Systems) arbeiten über Bluetooth und Wi-Fi. Sie können des Kunden aktuellen Standort bis auf Zentimeter genau angeben. Händler, die davon profitieren, werden ihre Absätze im Jahr 2020 um fünf Prozent steigern.