Wer überprüft, wo die Budgets hingehen, spart fünf Prozent ein

Die ungehobenen Goldschätze der CIOs

06. Oktober 2006
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Wenn der CIO den Kollegen aus den Fachabteilungen schwarz auf weiß vorlegt, was ihre IT-Anwendugen kosten und welche davon sie nie aufrufen, kann er seine Kosten senken. Und auf Zustimmung zählen, wenn er zum Beispiel mehr Geld für Innovationen ausgeben will. Das geht aus einer Studie des Marktforschers Ventana hervor. Die Analysten sind überzeugt: Viele CIOs sitzen, ohne es zu wissen, auf einer Goldmine.
Entwicklung der IT-Budgets
Entwicklung der IT-Budgets

Die oft beschworene Ausrichtung der IT auf Geschäftsziele hängt demnach vor allem davon ab, ob im Unternehmen bekannt ist, wie viel Geld in welche Bereiche fließt. So erklären zwei Drittel der Befragten, in deren Firmen die Budgets formal überprüft werden, die IT sei eng auf die Unternehmensziele abgestimmt. Von den Studienteilnehmern, die keine solchen Überprüfungen haben, sagt es nur ein Viertel.

Die Analysten wollten wissen, ob Anwendungen, mit denen kaum jemand arbeitet, wieder entfernt werden. Das wird allerdings nur in jedem vierten Unternehmen kontrolliert. Jede dritte Firma überprüft es "von Zeit zu Zeit", die restlichen 45 Prozent entscheiden diese Frage ad hoc.

Drei von vier Reports gehören in die "Ablage P"

Ein genaues Auge auf das operative Geschäft und die Etats zu haben, heißt aber nicht, ständig Reports zu schreiben. 39 Prozent der Befragten geben an, nur jeden vierten der Reports, die sie regelmäßig erhalten, für die Arbeit wirklich zu brauchen. Und nur in 23 Prozent der Firmen sind die Kosten für diese Reports bekannt.

Auf einer Zufriedenheits-Skala von eins bis fünf, wobei die höchste Note für die größte Zufriedenheit steht, geben die Studienteilnehmer der Effizienz ihrer IT im Schnitt eine 3,4. Der Spitzenwert wurde nur von elf Prozent der Befragten attestiert. Ein genauerer Blick zeigt aber, dass die Befragten aus Unternehmen mit einer formalen Kontrolle der IT-Budgets durchschnittlich den Wert vier erteilen, während diejenigen ohne Kontrolle einen Wert von nur 2,8 vergeben.