Intelligent investieren statt sinnlos kürzen

Die Unternehmens-IT in Krisenzeiten

01. Oktober 2008
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Die Wirtschaft wächst langsamer und Unternehmen suchen nach Möglichkeiten, Kosten zu reduzieren. Trotz ohnehin geringer Budgets stehen Kürzungen bei der IT meist an erster Stelle. Laut McKinsey ist das die falsche Entscheidung. Stattdessen sollten CIOs durch gezielte IT-Investitionen durchgängige Prozesse schaffen, die Kosten verringern und die Umsätze ankurbeln.
Der Nutzen von IT-Investitionen kann um bis das zehnfache höher sein als die geplanten Einsparungen durch Budgetkürzungen.
Der Nutzen von IT-Investitionen kann um bis das zehnfache höher sein als die geplanten Einsparungen durch Budgetkürzungen.

Kaum lässt weltweit das Wirtschaftswachstum nach, stehen bei Unternehmen schon wieder Sparmaßnahmen an. Ins Visier des Top-Managements geraten meist als erstes die IT-Budgets, obwohl diese nur einen geringen Teil der Gesamtausgaben in Unternehmen ausmachen. Doch das ist laut dem Beratungsunternehmen McKinsey wenig intelligent und bringt zudem nicht das gewünschte Ergebnis.

Rasante Entwicklung der IT

Die Gründe hierfür liegen in der rasanten Entwicklung der Informationstechnologien innerhalb der letzten zehn Jahre. Bis zum Jahr 2000 waren die Budgets laufend gewachsen. Nach dem Platzen der Internetblase schraubten Firmen ihre IT-Budgets drastisch zurück.

In den Folgejahren haben CIOs sowie die Verantwortlichen in den Fachbereichen die oft bunt zusammen gewürfelten Geschäftsanwendungen verschlankt und deren Betrieb effizienter gestaltet. Auch Kosten für die IT-Infrastruktur wurden reduziert und - wo nötig - bestimmte Aktivitäten an externe IT-Dienstleister ausgelagert.

Gleichzeitig stieg die Abhängigkeit von der IT laufend. Viele Geschäftsprozesse, wie etwa die Steuerung von Lieferanten, sind heute ohne IT-Unterstützung nicht mehr effizient durchführbar. In der Automobilindustrie etwa gehören EDI-gestützte Just-in-Sequence-Abrufe zum Tagesgeschäft. Maschinen- und Anlagenbauer steuern ihr Service- und Ersatzteil-Management mithilfe webbasierter E-Commerce-Lösungen.