CIO des Jahres


Führungsqualitäten

Die wichtigsten Skills für CIOs

11. Dezember 2014
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Für den Wettbewerb CIO des Jahres 2014 fragte die Computerwoche IT-Verantwortliche nach den Eigenschaften erfolgreicher CIOs. Die nannten in den Antworten kaum Fachthemen, dafür viele "weiche Faktoren".

Welche drei Eigenschaften braucht ein CIO, um seine Abteilung erfolgreich zu führen? Die Antworten der im Rahmen des diesjährigen CIO-des-Jahres-Wettbewerbs befragten IT-Verantwortlichen verdeutlichen: Fachkenntnisse sind selbstverständlich, aber auf die Soft Skills kommt es an. Um seine Sache richtig gut zu machen, muss ein CIO vor allem mit Menschen umgehen können.

Die Teilnehmer des Wettbewerbs CIO des Jahres benennen dabei ganz unterschiedliche Soft Skills. Doch fast alle stammen sie aus den drei Breichen Kommunikation, Change Management und FührungFührung. Alles zu Führung auf CIO.de

Kommunikation

Ursula Soritsch-Renier, CIO des Schweizer Maschinen- und Anlagenbauers Sulzer AG, schreibt beispielsweise, dass einen guten CIO die "Kommunikationsfähigkeit auszeichnet, um die richtigen Erwartungen zu setzen und zu managen". Schließlich gehe es darum, "ein gutes Team zu etablieren und es zu Höchstleistungen zu motivieren". Für Frank RauchFrank Rauch, CIO beim Spezialisten für Tunnelbau-Technik Herrenknecht AG, ist Authentizität entscheidend: "Nur wer sich vor anderen nicht verstellt, wird als kompetenter Gegenüber wahrgenommen und im Umgang mit seinen Mitmenschen erfolgreich sein", schreibt Rauch. Profil von Frank Rauch im CIO-Netzwerk

Für Markus Grimm, CIO der Verwertungsgesellschaft Gema, gehört zu guter Kommunikation auch, schwieiige Sachverhalte erläutern zu können.
Für Markus Grimm, CIO der Verwertungsgesellschaft Gema, gehört zu guter Kommunikation auch, schwieiige Sachverhalte erläutern zu können.
Foto: Gema

Zu guter Kommunikation gehört auch, schwierige Sachverhalte erläutern zu können. Wie das gelingt, beschreibt Markus GrimmMarkus Grimm, CIO der Verwertungsgesellschaft Gema: "In Gesprächen mit unseren Vorständen und dem Aufsichtsrat bemühe ich mich, für IT-Sachverhalte Analogien aus dem Alltagsleben zu finden. Meine Gesprächspartner sollen ein Gefühl für die Themen bekommen, ohne sie im Detail verstehen zu müssen." So vergleicht Grimm die IT-Architektur zum Beispiel mit einem Spinnennetz - wird an einem Ende gezogen, wackeln auch Anwendungen am anderen Ende des Netzes. Profil von Markus Grimm im CIO-Netzwerk

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Themas Kommunikationsfähigkeit ist das interkulturelle Verständnis, wie Isabelle Droll, CIO von TUIfly, darlegt. "Die Anzahl der Projektbeteiligten, die einzubinden sind, ist in den letzten Jahren gestiegen." Man müsse sich nicht nur mit Kollegen und Fachabteilungen in unterschiedlichen Ländern einigen, auch das globale Provider-Management halte Herausforderungen bereit.

Change Management

Neben der Kommunikationsstärke benennen zahlreiche IT-Verantwortliche Eigenschaften aus dem Themenfeld Change Management. Kaum ein Bereich unterliegt einem derartig rasanten Wandel wie die IT.

Christian Grodau, CIO beim Münchner Glasfaser-Provider M-ne: "Wir bauen seit vier Jahren unsere IT-Infrastruktur komplett um. Für ein solches Projekt braucht man als IT-Leiter Geduld und einen langen Atem.
Christian Grodau, CIO beim Münchner Glasfaser-Provider M-ne: "Wir bauen seit vier Jahren unsere IT-Infrastruktur komplett um. Für ein solches Projekt braucht man als IT-Leiter Geduld und einen langen Atem.
Foto: M-net Telekommunikations GmbH

Christian Grodau, CIO beim Münchner Glasfaser-Provider M-net, zeigt auf, warum Ausdauer und Gelassenheit wichtig sind: "Wir bauen seit vier Jahren unsere IT-Infrastruktur komplett um. Für ein solches Projekt braucht man als IT-Leiter Geduld und einen langen Atem." Über einen so langen Zeitraum kommen und gehen Stakeholder, es gibt immer wieder Diskussionen um verschiedene Punkte und man muss natürlich auch die Mitarbeiter auf diesen Weg mitnehmen. "Da ist es wichtig, das große Ziel immer vor Augen zu haben."

Geduld ist das eine, im richtigen Moment mutig die Weichen zu stellen das andere. Winfried BachmannWinfried Bachmann, CIO der Unternehmensgruppe Hugo Kern + Liebers, schreibt, ein erfolgreicher CIO dürfe in seiner Rolle als Change Agent nicht vor umfassenden organisatorischen Änderungen zurückschrecken. Andreas Hankel, CIO bei ImmobilienScout sieht das ähnlich und fügt an, dass diese Veränderungsbereitschaft auch den IT-Verantwortlichen selbst mit einschließe. "Eine ständige Veränderungsbereitschaft, die auch die eigene Rolle permanent hinterfragt, ist Antrieb für InnovationInnovation und Erfolg", sagt Hankel, der Gewinner des Wettbewerbs in der Kategorie Mittelstand. Profil von Winfried Bachmann im CIO-Netzwerk Alles zu Innovation auf CIO.de

Soft Skill Führungsstärke

Nicht zuletzt müssen CIOs als Führungspersönlichkeiten Flagge zeigen. Im Umgang mit Mitarbeitern, Vorstandskollegen und dem Aufsichtsrat gilt es, Führungsstärke zu entfalten. BASF-CIO Wiebe van der Horst, neuer CIO des Jahres in der Kategorie Großunternehmen, schreibt beispielsweise, dass der IT-Chef "Technologietrends nicht als Risiko, sondern als Treiber" verstehen müsse. Für Jan Bock, CIO der Unitymedia KabelBW, ist "Leadership" besonders wichtig, wozu er Durchsetzungsvermögen, Empathie und Durchhaltevermögen zählt.

Christian NiederhagemannChristian Niederhagemann, CIO des Anlagenbauers KHS GmbH, beschreibt in seiner Bewerbung eine weitere wichtige Führungseigenschaft erfolgreicher IT-Verantwortlicher: "Mut ist eine zwingende Voraussetzung, um auf der einen Seite getroffene Entscheidungen gegen Widerstände zu verteidigen, aber auch selbstkritisch Fehler aktiv einzugestehen und daraus gestärkt hervorzugehen". Profil von Christian Niederhagemann im CIO-Netzwerk

Was sind eigentlich Soft Skills?

Fachwissen - sogenannte Hard Skills - sind Voraussetzung, um im Beruf erfolgreich zu sein. Doch sie reichen nicht aus. CIOs sitzen im Zenrum eines sozialen Netzwerks aus Mitarbeitern, Vorgesetzten und Geschäftspartnern. Sie müssen mit Menschen umgehen. Dafür brauchen sie "weiche Fähigkeiten" - man könnte auch den guten alten Begriff "Sozialkompetenz" bemühen.