Analysten-Kolumne

Die Zukunft des IT-Services-Marktes

08. Februar 2006
Von Katharina Grimme
Die Konsolidierung im IT-Dienstleistungsmarkt hält weiter an. Doch nicht nur die Veränderungen im Anbieterbereich sollen im Folgenden beschrieben werden. Diese Kolumne versucht auch einen Ausblick auf die Veränderungen bei den Anwendern in den nächsten Jahren.
Ovum-Analystin Grimme: Für IT-Dienstleister ist es künftig wenig sinnvoll, eigene Management-Beratungen zu haben.
Ovum-Analystin Grimme: Für IT-Dienstleister ist es künftig wenig sinnvoll, eigene Management-Beratungen zu haben.

Auch in Zukunft werden es nicht mehr die Einkaufsabteilungen der Anwenderunternehmen sein, die IT-Dienstleistungen beschaffen. Der Kundenkontakt wird weiterhin über den CIO laufen, aber sein internes Team wird sehr viel kleiner ausfallen als heute und die Hauptaufgabe der CIO-Funktion wird auf dem Partner-Management liegen. Der Großteil der unternehmensweiten IT wird von externen Dienstleistern bereitgestellt, die in der Lage sein müssen, die kundenspezifischen Anforderungen flexibel zu erfüllen. Auf Dienstleister-Seite ist ein hochgestellter Kundenpartner für das Management der Kundenbeziehung verantwortlich.

Die zukünftige Struktur der IT-Services-Branche.
Die zukünftige Struktur der IT-Services-Branche.

Ein Ausblick in die längerfristige Zukunft läßt ein IT-Services-Ökosystem erkennen, das sich generell aus vier Arten von Dienstleistern zusammensetzt:

  • Anbieter von tiefpreisigen Arbeitskräften,

  • Managementberater,

  • Utility Infrastruktur Betreiber und

  • kundenfokussierte Markenanbieter.

Die Mehrwerterbringung konzentriert sich in der Management-Beratung und den Markenanbietern, da diese den Kundenkontakt halten und einen direkten Einfluss auf IT-Einkaufsentscheidungen ausüben. Das bedeutet, dass die meisten der bestehenden IT-Serviceanbieter zukünftig nicht in der Lage sein werden, diese Mehrwerterbringung zu leisten, es sei denn, sie verändern ihre derzeitige strategische Ausrichtung radikal. Die meisten bewegen sich heute auf eine Struktur zu, die sie von Niedriglohn-Arbeitskräften und Commodity-IT-Infrastrukturen abhängig macht, ohne dass erkannt wird, wie umfassend sich die Struktur des IT-Servicemarktes verändert.