Trotz Kostensenkungen fehlt es nach an Unterstützung durch das Management

Die zweite Welle des E-Procurement rollt an

09. Februar 2007
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Nur noch jedes dritte Unternehmen will auf E-Sourcing-Lösungen verzichten. Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) will sogar schon eine zweite Welle der elektronischen Beschaffung sehen. Aus einer Studie des Verbandes geht jedoch auch hervor, dass E-Procurement trotz Kostensenkungspotenzial im Top-Management erst wenig Anhänger hat.
Beim faktischen und geplanten Einsatz von E-Tools werden Unterschiede zwischen Großunternehmen und kleineren Betrieben sichtbar.
Beim faktischen und geplanten Einsatz von E-Tools werden Unterschiede zwischen Großunternehmen und kleineren Betrieben sichtbar.

Nach eigenen Angaben haben die Studienteilnehmer durch den Einsatz von E-Tools bei den Prozesskosten zehn Prozent (A- und B-Güter) beziehungsweise 35 Prozent (C-Güter) gespart. Die Einstandspreise konnten bei A- und B-Gütern um fünf Prozent und bei C-Gütern um zehn Prozent gesenkt werden.

Damit wurde eines der Hauptziele, Preissenkungen, erreicht. Vor allem geht es den Entscheidern aber darum, Prozesse zu optimieren (90 Prozent der Nennungen) beziehungsweise ganz allgemein die Leistungsfähigkeit des Einkaufs zu verbessern (78 Prozent). Dass Lieferanten oder Konkurrenten damit arbeiten, spielt nur für 18 beziehungsweise 15 Prozent der Befragten eine Rolle.

Großunternehmen und Industrie als Vorreiter

Die Autoren der Studie haben sich den Durchdringungsgrad von E-Procurement-Tools näher angesehen. Der hängt eng mit Branche und Firmengröße zusammen: So arbeiten zum Beispiel 87 Prozent der Großunternehmen mit Katalogsystemen, aber nur 45 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen. Gleichzeitig geben aber weitere 21 Prozent der kleineren Betriebe an, solche Systeme einführen zu wollen.

Bei der E-Collaboration haben Großunternehmen und Industriefirmen die Nase vorn. Die Analysten sehen das im Erfahrungsvorsprung aus der Nutzung mit dem elektronischen Datenaustausch (EDI) begründet.

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