DVB-T2 HD

Digitales Antennen-Fernsehen bekommt ein Update

28. November 2016
Bessere Bildqualität und deutlich mehr Programme: Mit DVB-T2 HD bekommt das Antennen-Fernsehen ein Update. Doch die Nutzer müssen sich rüsten, um nicht in die Röhre zu gucken. Der Countdown läuft.

Die Werbetrommel wird schon kräftig gerührt, die großen Sender riefen bereits zu bundesweiten Aktionstagen auf. Denn im kommenden Jahr könnten Fernsehzuschauer, die ihr TV-Signal über Antenne empfangen, vor einem schwarzen Bildschirm sitzen. In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt. Wer dafür nicht vorgesorgt und sich etwa eine zusätzliche Settop-Box besorgt hat, wird dann über das digitale Antennen-Fernsehen keinen Empfang mehr haben. Die Übertragungswege über Kabel oder Satellit sind von der Umstellung nicht betroffen.

"Was wir vermeiden wollen, ist, dass es in den Elektronik-Shops zu Engpässen und Gedränge kommt", sagt Stefan Schinzel vom Serviceprovider Media Broadcast, der den Umstieg für die TV-Sender organisiert. Insgesamt seien in Deutschland von der Umstellung 7,4 Millionen Haushalte betroffen. Vielfach dürften Antennen-Fernseher jedoch auch als Zweit- oder Drittgerät genutzt werden.

In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt. Nur wer vorsorgt, hat weiterhin Empfang.
In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt. Nur wer vorsorgt, hat weiterhin Empfang.
Foto: Andrey Burmakin - shutterstock.com

Mit der Umstellung wird es erstmals möglich sein, Fernsehen über Antenne in HD-Qualität zu empfangen. Und das, obwohl die für terrestrisches Fernsehen verfügbaren Frequenzen knapper werden. Denn ein Teil wurde über die sogenannte Digitale Dividende für mobiles Breitband-Internet umgewidmet. "Das alte Frequenzband ist bereits an Mobilfunkunternehmen versteigert worden", sagte Schinzel. Mit dem neuen Standard werden die Frequenzen nun deutlich effizienter genutzt. Ergebnis: Bis zu 40 Programme können in verbesserter Qualität ausgestrahlt werden.

In ersten Ballungsgebieten sind sechs Programme in DVB-T2 HD bereits seit Mai im Testbetrieb verfügbar. Wer das Signal empfangen will, benötigt eine entsprechende Settop-Box, die auch die neue, datensparsamere Videocodierung HEVC unterstützen. Insgesamt bieten derzeit 24 Hersteller entsprechende Geräte an, die auch das alte Signal noch empfangen. Manche neuen Fernseher-Modelle können DVB-T2 auch direkt ohne Zusatzbox empfangen. Ein grünes Logo der Industrie mit dem Schriftzug DVB-T2 HD soll alle kompatiblen Geräte auszeichnen. Nach Angaben der gfu unterstützen bereits 900 Geräte wie TV-Geräte, Settop-Boxen und Antennen den neuen Standard.

Die Privatsender ProSieben, Sat.1 und RTL lassen sich den Empfang jedoch ab 2017 bezahlen. Ab dem 1. Juli 2017 sind dafür über die TV-Plattform Freenet TV 69 Euro pro Jahr fällig, also 5,75 Euro im Monat. In einer Übergangsphase von drei Monaten sollen die privaten Sender noch kostenlos empfangbar sein, dann müssen die Nutzer einen Voucher erwerben und die Sender freischalten. Die öffentlich-rechtlichen Programme strahlen weiterhin kostenlos aus.

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