Mittelfristig Wandel im Dokumenten-Management erwartet

Dokumenten-Management: Archivsysteme gehen in ERP-Systemen auf

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Selbständige Archivsysteme im Dokumenten-Management sind ein Auslaufmodell. Das glaubt zumindest fast jeder zweite IT-Entscheider. Die Befragten erklären in einer Studie des Anbieters Océ, dass die Archivsysteme in das Enterprise Ressource Planning (ERP) integriert werden.
Meinungsbild zur Frage, ob eigenständige Archivsysteme erhalten bleiben
Meinungsbild zur Frage, ob eigenständige Archivsysteme erhalten bleiben

Allerdings herrscht in diesem Punkt wenig Einigkeit: Während 46 Prozent der Befragten eigenständige Archivsysteme in absehbarer Zeit für überflüssig halten, beharren 31 Prozent auch künftig auf dem Status quo. Rund ein Viertel (23 Prozent) hat sich in dieser Frage keine Meinung gebildet.

So schnell dürfte die Entwicklung ohnehin nicht voranschreiten. Gut jeder Fünfte (22 Prozent) rechnet damit, dass die bisher selbständigen Archivsysteme innerhalb der nächsten acht Jahre in den betriebswirtschaftlichen Kernsystemen aufgegangen sein werden. 19 Prozent erwarten, dass es noch länger dauert.

Nur eine kleine Gruppe von sechs Prozent der Befragten erwartet diese Veränderung bereits innerhalb der kommenden vier Jahre.

Johannes Schacht, Leiter Business Development bei Océ, führt die Ergebnisse darauf zurück, dass die großen Software-Häuser DMS-Funktionen immer öfter in bestehende Anwendungen integrieren. Dennoch glaubt er in diesem Punkt nicht an ein unbegrenztes Engagement der ERP-Hersteller. Seine These: "Insbesondere die intelligente Dokumentenerschließung, also die Übernahme unstrukturierter Daten in die digitalen Informationsprozesse eines Enterprise-Systems, wird weiterhin separat bleiben."