Retail IT


Hersteller verkaufen online

Dramatischer Wandel im Autohandel

14. Februar 2013
Von Hartmut Wiehr
Die Consulting-Firma Frost & Sullivan hat den Automarkt untersucht. Der Online-Verkauf steht erst am Anfang, aber bis 2020 wird eine enorme Steigerung erwartet.

Anschauen, Haptik oder Ausprobieren – das sind Vorteile eines direkten Einkaufserlebnisses. Zumal dann, wenn man auf persönliche Beratung viel Wert legt. Doch es geht auch anders. Mode, Schuhe, Brillen oder Schmuck – die Liste jener Artikel, die sich ohne direktes Betatschen online erwerben lässt, wird immer länger.

Das Internet ist inzwischen nicht nur eine Börse für Gebrauchtwagen. Auch Neuwägen werden zunehmend über diesen Kanal verkauft.
Das Internet ist inzwischen nicht nur eine Börse für Gebrauchtwagen. Auch Neuwägen werden zunehmend über diesen Kanal verkauft.
Foto: autohaus24

Das war übrigens schon in der Vergangenheit so, als man im klassischen Versandhandel bei Neckermann oder Quelle so gut wie jeden Artikel des persönlichen Lebensstils inklusive Möbeln oder Bettwäsche per Postpaket erwerben konnte.

Das berühmte amerikanische Versandunternehmen Sears hat sogar bis in die 50er Jahre komplette Privathäuser aus Holzelementen verschickt. Der Käufer musste sie dann "nur noch“ vor Ort in der vorgeschriebenen Weise zusammenschrauben. (Die perfekt geplanten Häuser gelten übrigens heute noch als echte Perlen am US-Immobilienmarkt.)

Prognose von Frost & Sullivan

Wie das Beratungsunternehmen Frost & Sullivan ermittelt hat, zeichnet sich nun ein dramatischer Wandel im Einzelhandel für Autos ab. Automobilunternehmen würden in der Zukunft verstärkt eine Omni-Channel-Strategie anwenden, um ihre Fahrzeuge zu vermarkten und an ihre Kunden zu verkaufen: "Etwa vier Prozent aller zukünftigen Neuwagenverkäufe, was ca. 4,5 Millionen Einheiten entspricht, könnten bis 2020 komplett über den Online-Kanal abgewickelt werden.“ Im Vergleich: Im Jahr 2011 wurden erst etwa 5000 Neuwagen ausschließlich online verkauft.