Die Hälfte fliegt raus

Drastische Strafen für Schlüpfriges auf dem Firmenrechner

26. Juli 2005
Von Ingo Butters
Unternehmen betrachten es längst nicht als ein Kavaliersdelikt, wenn Angestellte auf ihrem Firmenrechner anstößiges Bildmaterial sammeln. Mitarbeiter müssen mindestens mit Disziplinarmaßnahmen rechnen, oft aber auch ihre Sachen gleich ganz packen. Wie eine Befragung des Marktforschers Delta Consulting zeigt, hat das harte Durchgreifen der Firmen aber nur eine begrenzt abschreckende Wirkung.

Bei der Hälfte der befragten Firmen flog im vergangenen Jahr mindestens ein Mitarbeiter auf, der auf seinem Desktop Bilder gespeichert oder aufgerufen hatte, die dort nichts zu suchen hatten. Fast alle Betriebe (90 Prozent) haben Leitlinien verfasst, wie mit solchen Angestellten umzugehen ist. Entsprechend schnell reagieren die Firmen: Beim Gros (56 Prozent) ist der Fall spätestens nach einer Woche untersucht und die Sanktion formuliert.

Prinzipiell gehen die Firmen bei so einer Angelegenheit wenig zimperlich vor: In 44 Prozent der Fälle wurde der Übeltäter gefeuert. 41 Prozent der Unternehmen verhängten disziplinarische Strafen, 15 Prozent griffen zu nicht näher definierten "anderen" Maßnahmen.

Die Hälfte aller Unternehmen musste sich im vergangenen Jahr mindestens mit einem Angestellten auseinandersetzen, der anstößiges Bildmaterial auf dem Rechner hatte.
Die Hälfte aller Unternehmen musste sich im vergangenen Jahr mindestens mit einem Angestellten auseinandersetzen, der anstößiges Bildmaterial auf dem Rechner hatte.

Den Angestellten dürfte dabei klar gewesen sein, worauf sie sich einlassen: Alle befragten Unternehmen haben eine Policy aufgelegt, die mindestens den Umgang mit Internet und E-Mail regelt. Die Policies zur Computernutzung gehen in drei Viertel der Unternehmen sogar darüber hinaus.